Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Spondylarthritis (von «cdvSuXos, Wirbel;
«pfl’pov, Gelenk; itis = Entzündung), die
Wirbelgelenksentzündung. Anacker.
Spondylarthrocace (von oitdvSoXo;, Wir
bel; apftpov, Gelenk; v.axo's, schlecht), Rücken-
wirbelknochenfrass. Anacker.
Spondylexarthresis s. spondylexarthrosis
(von airovSoXo?, Wirbel; slap^po?, ausgelenkt),
die Rückenwirbelverrenkung. Anacker.
Spondylitis (von oicbvSoXo?, Wirbel; itis
— Entzündung), die Wirbelentzündung, mit
unter auch die Rückenmarksentzündung. Anr.
Spondylium s. sphondylium (vonowo'vSoXo?
— otpdvSoXo?, Wirtel, Wirbel), die Bärenklaue
oder das Heilkraut. Anacker.
Spongia s. spongos s. spongus (von
oicäv, anziehen), der Schwamm. Anacker.
Spongia marina, Meer-oder Badeschwamm.
Waschschwamm, s. Pferdeschwämme.
Spongio$i8 s. spongosis (von spongia,
der Schwamm), die Schwammbildung, der
Gliederschwamm. Anacker.
Spontaneus (von spons, der Wille, der
Antrieb), freiwillig, von selbst kommend. Anr.
Spooner Oh., studirte die Thierarznei
kunde in London, wurde 1829 diplomirt und
hatte eine grosse Praxis in London. Er
errichtete ein eigenes anatomisches Theater,
wo er Unterricht ertheilte. Später wurde er
Lehrer und definitiver Professor an der
Londoner Schule. Ableitner.
Spooner W. Oh., gab 1837 heraus:
„A treatise on the Influenza of Horses, showing
its nature, Symptoms, causes, and treatment“.
Ausserdem erschien von ihm ein Buch über
Krankheiten der Extremitäten und der Hufe:
„The structure, functions and diseases of the
foot and leg of the horse.“ Semmer.
Spora s. sporos (von siteipstv, säen), das
Säen, die Zeugung, das einfache Keimkorn,
die Spore. Anacker.
SporadiCU8(vonaitecpeiv, säen, zerstreuen),
zerstreut, einzeln auftretend. Anacker.
Sporadische Krankheiten sind im Gegen
satz zu den Epi- und Enzootien alle die
jenigen, die in der Regel vereinzelt auf
treten, also nur wenige Thiere zugleich
befallen. Unter besonders günstigen Gelegen
heitsursachen, die meistens in der Witterung
und in der Beschaffenheit der Nahrungs
mittel begründet sind, vermögen die sporadi
schen Krankheiten, z. B. Lungenentzündung,
Bräune, Druse, Durchfall, Aufblähung etc.,
auch ausnahmsweise in grösserer Verbreitung
aufzutreten. Umgekehrt können Seuchen ver
einzelt auftreten, wie dies in neuerer Zeit
besonders vom Milzbrand bekannt ist, man
spricht hier von einem sporadischen Auf
treten einer Seuche. Anr.
Sporae, Sporangien, Sporen. Zur
Fortpflanzung dienende, den Pollenkörnern
ähnliche Pflanzenzellen, welche sich bei den
Kryptogamen abtrennen und dann weiter ent
wicklungsfähig sind, s. Pflanzenkunde (Gefäss-
kryptogamen). Vogel.
Sporangium (von owopd, Keimkorn;
ötYfetov, Gefäss), die Sporenkapsel, die Sack-
oiler Keimfrucht, die Sporenhülle. Anacker.

Sporenschlauch bei Pflanzen, s. Peri-
thecien.
Sporidium (von onopd, Keimkorn), das
Keimkorn, der Keim. Anacker.
Sporn. Der Sporn dient dem Reiter als
Verstärkungsmittel der Schenkelhülfen.
Je nach Mode und Geschmack haben die
Sporen verschiedene Formen, so dass man
schon in Bezug auf die Anbringungsweise
Anschnall-, Anschlag- und Kastensporen unter
scheidet. Während weiter z. B. in der Ritter
zeit grosse, schwere, mit langem gebogenen
Halse und grossen Rädern versehene Sporen
gebraucht wurden, sind z. B. diejenigen der
heutigen Rennenreiter äusserst fein und leicht.
In Etwas wird die Länge des Spornhalses, d. i.
der an dem gabelförmigen Theil befindliche
Spornradträger aber durch die Länge und
Stellung der Schenkel des Reiters bedingt.
Die Räder sind je nach dem Zwecke mehr
oder weniger scharf gezahnt. Mit je weniger
und je längeren Spitzen sie versehen sind,
desto schärfer ist die Wirkung. In der spani
schen Reitschule in Wien, der fast einzigen
Pflegestätte der höheren Reitkunst, stehen
nur Sporen mit ungezahnten Rädern in Ge
brauch.
Aus dem Zweck der Sporen geht schon
hervor, dass sie stets erst dann angewendet
werden sollten, wenn die Wirkung der Schenkel
nicht ausreicht, daher wird der Sporn in
verhältnissmässig scharfer Anwendung zum
Strafmittel, das einmal als solches benützt,
aber kurz und kräftig verabreicht werden
sollte. Das Pferd muss sich nach dem Em
pfang des Spornstiches wohl zusammenraffen,
darf aber nicht nach dem Sporn schlagen
oder gegen denselben drängen. Bei manchen
Völkerschaften, besonders denjenigen des
Ostens, ist das Tragen von Sporen völlig un
gebräuchlich. Bei ihnen vertritt ein Stachel
am Steigbügel oder die nach hinten in eine
Spitze oder Schneide auslaufende Sohle des
Steigbügels die Stelle des Sporns. Grassmann.
Sporndrängen nennt man den Ungehor
sam eines Pferdes gegen die durch Anwen
dung des Sporns verstärkten Schenkelhülfen.
Pferde, die gegen den Sporn drängen, ge
horchen eben dieser Hülfe nicht, sondern
setzen sich derselben entgegen. Sie pflegen,
sobald sie den Sporn fühlen, sich in den
Rippen zu biegen, dergestalt, dass die Hinter
hand sich gegen den Sporn legt. Dieser Un
gehorsam entspringt entweder aus der Em
pfindlichkeit des Pferdes oder ist durch An
gewöhnung infolge Ungeschicklichkeit des
Reiters durch fehlerhafte Verwendung des
Sporns entstanden (s. Spornkitzel). Grassmann.
Spornkitzel ist eine Untugend mancher
Pferde, welche darin besteht, dass diese
Pferde, sobald sie den Sporn fühlen, juchzen,
nach ihm schlagen, gegen denselben drängen
oder sich auf ihn legen, statt demselben zu
gehorchen. Solche Unart gewöhnt man den
Pferden dadurch ab, dass man sie eine Zeit
hindurch ohne Sporen, sondern nur mit
Schenkeln und Peitsche reitet. Die Untugend
kann aber auch Angewöhnung und dadurch

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