Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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entstanden sein, dass man dem Pferd in un
geschickter Reitweise den Sporn stetig zu
fühlen gab und dasselbe somit fortwährend
erregte. Manche Pferde sind aber nicht nur
gegen den Sporn, sondern schon bei irgend
einer Berührung ihres Körpers, z. B. mit dem
Finger, so empfindlich, dass sie unter hef
tigem Schweifwedeln nervös hin- und hertreten
und die Merkmale des Spornkitzels zeigen.
Pferde dieser Art reitet man besser ganz
ohne Sporen. Grassmann.
Spornschlagen ist die Ungezogenheit der
Pferde, die sich darin äussert, dass sie, sobald
der Reiter ihnen den Sporn zu fühlen gibt,
statt demselben zu gehorchen, nach ihm mit
einem Hinterfuss schlagen. Grassmann.
Sporophyta, s. Pflanzenkunde (VII. Sy
stematik).
Sport, englisch, = Spiel, Unterhaltung,
Belustigung, körperliche Bewegung, Kraft
übung aller Art, Zeitvertreib, vor allem die
Vergnügungen, die im Freien vor sich gehen,
als Rennen, Jagd, Fischerei u. s. w. Alle
diese Verdeutschungen geben aber den vollen
Sinn des Wortes nicht wieder. Das Spiel
u. s. w. wird erst zum Sport, wenn es zur
Leibesübung und zur geistigen Ausbildung
des Ausübenden, unter Umständen auch nur
für letzten Zweck allein, betrieben wird,
wenn es mit Hingabe und unter Beobach
tung der einschlägigen, regelrechten Ord
nung geschieht, die für das Gedeihen des
selben anerkannt erforderlich ist. Zum Sport
rechnen daher, wenn im obigen Sinne be
trieben : die athletischen Uebungen, das
Reiten, das Wettrennen mit Pferden, das
Hunderennen, das Fahren, Laufen, Schiessen,
Rudern, Segeln, die Ausübung der Spiele, als
Fussball, Pollyspiel, Cricket u. s. w., sowie
der rein geistigen Spiele, als Schach u. s. w.
E benso kann die Musik, das Sammeln be
stimmter Gegenstände, das Reisen u. s. w.
zum Sport werden. Zum wahren Sport wer
den alle diese Thätigkeiten aber nur dann,
wenn sie um ihrer selbst willen, also ganz
ohne Rücksicht auf den Geldgewinn ge
trieben werden. Ein Professional kann daher
nicht, wenigstens nicht in seinem Berufs
zweige, Sport treiben; er thut’s des Verdienstes
wegen. Ein echter Sportsman dürfte daher
nur ein Gentleman sein.
To make sport — spielen, scherzen,
sich belustigen. For sport’s sake oder in
sport — zum Zeitvertreibe, zum Spass. Gn.
Sporter, englisch, — Spieler, Scherzende,
Spassvogel. Grassmann.
Sporting, englisch,— (das) Spielen. Gn.
Sportingly, englisch, — spielend. Gn.
Sportive, englisch, = lustig, kurzweilig.
Grassmann.
Sportiveness, englisch, — Lustigkeit,
Scherzhaftigkeit. Grassmann.
Sportless, englisch, — freudlos, traurig.
Grassmann.
Sportling, englisch, = kleine Waidmann.
Grassmann.
Sport’s-man, englisch, bezeichnet den
jenigen, der Sport selbstthätig treibt oder

ein ständiges Interesse an dem Betrieb eines
Sportzweiges unterhält; daher einen Lieb
haber der Vergnügungen des Feldes, Jagd
freund, Waidmann, Liebhaber der Fischerei
u. s. w. (Plural = sport’s-men). Da eine zu
treffende kurze Verdeutschung des Wortes
Sport’s-man nicht gut geschehen kann, so
wird dasselbe auch im Deutschen, gewöhnlich
aber mit der Schreibweise „Sportsman“ an
gewendet (s. Sport). Grassmann.
Sport's-man-like, englisch, = sports-
männisch, weidmännisch. Grassmann.
Sport’s-manship, englisch, — Sportbe
trieb, Jagdlust, Waidwerk (Jägerei, Fischerei).
Grassmann.
Spread Eagle, ein englischer Vollblut
hengst, geb. 1792 v. Volunteer, gewann im
Jahre 1795 dem Sir F. Standish das eng
lische Derby. Grassmann.
Sprengel C., Dr. med., geb. 1766 in
Pommern, gest. 1833, studirte zuerst Theologie,
später Medicin, wurde Professor zu Halle,
war Mitglied von ca. 70 gelehrten Gesell
schaften und drang in die Geschichte der
Thierheilkunde tiefer ein, als die bisherigen
Gelehrten; er soll indessen später darin von
Dr. Hecker in Berlin überflügelt worden sein.
Ableitner.
Sprengwedelschimmel — Aspergillus, vgl.
auch Eurotium bei Ascomyceten.
Spreu, s. Pflanzensamenabfälle.
Spreublättchen. Spreuhaare, blut
stillende, s. Paleae haemostaticae.
Spring, englisch, — Frühling, Ursprung,
aber auch = Sprung, Springen, Springkraft,
sowie freilich ungebräuchlich = Bug, Vorder
blatt, kommt in mehrfachen Zusammen
setzungen vor, die in sportlicher u. s. w. Be
ziehung Anwendung finden, z. B. spring-
meeting — Frühjahrsmeeting, spring-race
— Frühjahrsrennen, springdamp — Kluppe,
spring-halt = Hahnentritt, Zuckfuss. Gn.
Springen, Sprung, eine Art thierischer
Fortbewegung, wobei das Individuum seinen
Körper derart in die Höhe schnellt, dass er
für einen Moment jeder Unterstützung bar
wird, d. h. frei in der Luft schwebt. Diese
Art der Fortbewegung ist bei den Quadru-
peden die rascheste, aber zugleich diejenige,
welche die Körperkraft am meisten in An
spruchs, nimmt.
Beim Springen werden die hinteren
Gliedmassen in aussergewöhnliche Flexions
stellung gebracht und, nachdem die Körper
last auf sie übertragen worden, ruckweise
gestreckt. Neben dem Einzelsprung gibt es
auch ganze Gangarten, die aus lauter anein
ander gereihten Sprüngen bestehen, z. B. der
Renngalopp.
Die Sprunggrösse wird nach Körperlängen
bemessen und zeigt es sich, dass sie bei
kleinen Thieren im Allgemeinen zunimmt.
Während beispielsweise Mäuse 20, Katzen
und Hunde 6—10 Körperlängen springen,
beträgt der Sprung des Pferdes selten mehr
als 4 1 /,—5 Körperlängen. Eclipse, das
schnellste Rennpferd, legte bei jedem Galopp
sprung 25 Fuss zurück.

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