Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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nach dem Höhenverhältnisse der Stute leicht
regulirt werden kann. Ausserdem muss der
Rauminhalt des Platzes die genügende Grösse
haben, damit beide Pferde sich hinreichend
und ungehindert bewegen können. Zu offenen
Sprungplätzen werden auch geschlossene und
abgelegene Höfe, Düngerhaufen und Gärten,
Wiesen und Felder benützt. Aus Sittlichkeits
rücksichten bestehen aber in manchen Ländern
polizeiliche Anordnungen, wo das öffentliche
Beschälen verboten, oder nur dann gestattet
ist, wenn der Zutritt des Publicums abgehal
ten wird (s. auch Beschälen und Beschäl
stationen). Ableitner.
Sprungregister, s. u. Pferdezucht.
Sprungsattel, auch Panneau genannt,
ist der von den Kunstreitern benützte grosse
Plattsattel. Der Sitz desselben ist eine ebene
Fläche, die dem ausführenden Künstler einen
sicheren Stand bietet (s. Panneau). Grassmann.
Sprungstall oder Sprunghiiite ist ein
geschlossener mit Bretterwänden oder Mauer
werk umgebener Raum, in welchem 2 bis 3
Pferde Platz haben, sich frei bewegen können
und der dem öffentlichen Zugänge von
schaulustigem Publicum entfernt liegt oder
abgeschlossen werden kann. Dieser Stall
dient zum Belegen oder Bespringen der
Zuchtstuten und soll zu diesem Zwecke durch
Fenster oder Oeffnungen beleuchtet werden
können, wenn nicht grössere Thüren oder
Thore dieselben so zugänglich machen, dass
auch die nöthige Beleuchtung vorhanden ist.
Von Wichtigkeit ist ferner, dass womöglich
ein weicher und abschüssiger Boden vorhanden
ist, damit die Stute mit dem Hintertheil
niedriger zu stehen kommt wie mit dem
Vorderkörper, und der Hengst beim Besprin
gen mit den Hinterfüssen festen Halt findet
und nicht ausrutscht. Daher soll solcher
Boden nur aus Erde oder Holzbeleg bestehen;
bei den Bauern auf dem Lande werden nicht
selten die Scheunen oder offene Schuppen,
oder nur eine Ecke im Hofraume, auch
Gärten zu Sprungplätzen verwendet, was aber
aus Sittlichkeitsgründen polizeilich verboten
ist. Ableitner.
Sprungzüge! ist eine besondere Art der
Hilfszügel (s. d.). Grassmann.
Spülwasser. Abwässer, welche beim Rei
nigen von Küchen-, Ess-, Milchgeschirren etc.
erübrigen und wegen ihres, allerdings immer
nur geringen Nährstoffgehaltes (vergl. auch
Butterknetwasser unter Milch- und Molkerei
abfälle) gelegentlich mit Küchenabfällen und
dgl. an Schweine verfüttert werden. Soferne
solche Abwässer ganz frisch sind und nicht
etwa zu viel Kochsalz und schädliche Stoffe
enthalten, ist gegen die bezeichnete Verwen
dung derselben nichts einzuwenden, während
unfrische, sauer gewordene Spülwässer und
dergleichen, da sie schädliche Wirkungen
äussern könnten, nicht verfüttert werden
dürfen. Pott.
Spüren heisst Fährten aufsuchen, um
daraus zu beurtheilen, was für Wild im
Reviere steckt. Ableitner.
Spürhaare, Vibrissae, zum Tasten dienende

Haare in der Umgebung des Maules und der
Nasenlöcher, sowie an den Augenlidern. Bau
derselben, wie bei den Sinushaaren ange
geben, s. d. unter „Haut“. Eickbaum.
Spul würmer, s. Ascariden und Eingeweide
würmer, auch Hühnerkrankheiten, Gänsekrank
heiten und Hundekrankheiten.
Spunia (von spuere, spucken, speien),
der Schaum.
8p uma argenti (von argentum, das
Silber), die Silber- oder Bleiglätte.
Spuma marina (von mare, das Meer),
der Meerschaum. Anacker.
Spur oder Hufschlag heisst der Weg,
den die vier Füsse eines Pferdes beim Gehen
beschreiben. Ein Pferd geht auf einer Spur
(Hufschlag), wenn es geradeaus, auf zwei
Spuren, wenn es von der Seite geht. Gn.
Spur wird der Abdruck von den Läufen
aller Raubthiere und von allen zur niederen
Jagd gehörigen vierfüssigen Thiere genannt
(s. auch Fährte). Ableitner.
Spurihunt wurde bis zum XV. Jahrhun
dert der Bluthund (s. d.), auch Spurhund,
Schweisshund genannt. Koch.
Spurius (von cnetpsiv, zerstreuen), un
echt, falsch. Anacker.
Spurre, doldenblüthige. Holosteum
umbellatum, Caryophyllacee L. III. 3 und
X. 3, mit endständiger, weissblüthiger Dolde,
besonders an Wegen wachsende und von den
Thieren gern genommene Futterpflanze. VI.
Sputamen s. sputamentum s. sputum
(von spuere, speien), der Auswurf, der
Speichel. Anacker.
Squama, die Schuppe.
Squamüse Exantheme (von squama, die
Schuppe) sind solche, bei denen die Epi
dermis in Wucherung geräth und in Schuppen
sich abstösst; anfangs sind die Schuppen
dünn, später werden sie dicker, wie dies bei
Psoriasis der Fall ist. In der Kleienflechte,
Pityriasis, schilfert sich die Epidermis in
kleienartigen Schuppen ab. Anacker.
Squatter, auch Ranchman, englisch, be
zeichnet namentlich in Australien und in
gewissen Theilen Amerikas, da, wo engli
scher Einfluss gilt, einen Menschen, der sich
auf fremden, noch unbebauten Ländereien
niederlässt und hier Ackerbau, vorzüglich
aber Thierzucht treibt. Sein Ansehen hängt,
obgleich er meist Grossgrundbesitzer ist,
nicht von der Fläche des Besitzes, sondern
vielmehr von der Zahl und Grösse seiner
Vieh- und Pferdeheerden ab. Es gibt in Au
stralien Squatters, die über einen Viehbestand
von 200.000 Schafen, 50.000-80.000 Haupt
Rindvieh und 10.000—30.000 Pferden ver
fügen. Grassmann.
Squire, englisch, = Schildknappe, Schild
träger, Hofbeamter, Hofdiener, wird für die
Turfsprache auch im Deutschen angewendet,
und ist hier wie im Englischen, wenn es in
Turfangelegenheiten gebraucht wird, die Volks-
thümliche Bezeichnung für einen leiden
schaftlichen, tollen (enragirten) Sportsman. Gn.
Squirt, ein englischer Vollbluthengst,
welcher als Vater des Marske, dessen Sohn
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