Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Sapo mollis, weisse oder Schmierseife,
Kaliseife, s. oben Sapo kalinus.
Saponaria officinalis, Seifenwurzel.
Eine heimische Caryophyllacee L. X 2. Die
stielrunde, rothbraune Wurzel enthält Seifen
stoff, Saponin, schäumt deshalb, wenn man
sie im Wasser reibt, und kann statt der Seife
zum Reinigen sowie zu der Schafwäsche be
nützt werden. Das giftige Glykosid Saponin
(Senegin, Sapotoxin) ist auch in der Senega-
wurzel sowie in dem Gypskraut Gypsophila
Struthium (Silenee) enthalten und jjat beson
ders auf die Schleimhäute scharfreizende
Wirkungen, man benützt daher genannte
Pflanzen aach zu Expectorir zwecken
in derselben Weise wie Radix Senegae, s. bei
Polygala Senega. Saponin tödtet durch Darm
entzündung und Herzlähmung, auf welcher
Wirkung auch die Vergiftung durch Korn
rade (Agrostema Githago, s. d.), beruht. VI.
Sapo natronatus, Natronseife, gewöhn
liche Hausseife (Kernseife), s. Sapo.
Sapo Niger, schwarze Seife, Kaliseife
käufliche, s. Sapo kalinus.
Saponimentum, halbflüssige Arzneiform,
ein Liniment, dargestellt aus Seife (statt
Oel), vermischt mit Arzneistoffen. Die öl
haltigen Linimente heissen Olimente, die
lanolinhaltigen Lanolimente. Zu den
Saponimenten (Opodeldoken) gebraucht man
meist venetianische Seife, Schmierseife, Sei
fenspiritus mit Kampher, Salmiakgeist oder
ätherischen Oden, und dienen dieselben zu
reizenden, zertheilenden Einreibungen. VI.
Saponin (Senegin), C 32 H 5t 0 la . Ein in
zahlreichen Pflanzenfamilien und in den ver
schiedensten Pflanzentheilen (Wurzel, Rinde),
auch in der ganzen Pflanze vorkommendes
Glykosid, dessen wässerige Lösungen starkes
Schäumen ähnlich dem Seifenwasser zeigen.
Reichlich findet man das Saponin namentlich
in der Familie der Sileneen; in der gewöhn
lichen Seifenwurzel, im Samen der Kornrade,
in der Wurzel von Polygala senega. Zur
Darstellung des Saponins wird die zerklei
nerte Wurzel von Saponaria officinalis mit
40% Alkohol ausgekocht und das beim Er
kalten auskrystallisirte Saponin in ein wenig
Wasser gelöst und mit Aetzbaryt gefällt.
Man zerlegt den Niederschlag durch GO,
und fällt aus der Lösung durch Aetheralkohol
das Saponin, dieses ist ein amorphes Pulver,
wenig löslich im kalten, leichter im heissen
Wasser, in wässerigem Alkohol leichter wie
in absolutem löslich, unlöslich in Aether.
Das Pulver reizt stark zum Niessen. Beim
Erhitzen mit verdünnten Säuren zerfällt es
in Sapogenin und Wasser. Wegen des star
ken Schäumens der wässerigen Lösung wer
den viele an Saponin reiche Pflanzen, wie
die Seifenwurzel und die Quillajarinde in der
Industrie statt der Seife verwendet. Nach
den neueren Untersuchungen von Kobert
sind die aus verschiedenen Pflanzen erhal
tenen Saponine unter einander nicht iden
tisch. Loebisch.
Sapo oleaceus, aus Olivenöl meist in
Venedig und in der Provence bereitete Seife

W
(neutrales, oleinsaures Natrium), auch als
Sapo medicatus oder venetus bekannt, s. Sapo
hispanicus. Vogel.
Sapo piceus, Theerseife des Handels,
viel gebrauchtes Mittel gegen chronische
Hautausschläge. Die Bereitung geschieht aus
Vermischung von 5 Seifenpulver und 1 Birken
holztheer (Oleum betulinum) und nachheriges
Formen in viereckige Stücke oder in Kugeln.
Für thierärztliche Zwecke gebraucht man
zweckmässiger die Verbindung von 1 Buchen
holztheer mit 3—8 Schmierseife und 1 Wein
geist. Vogel.
Sapor (von sapere, schmecken), der Ge
Schmack. Anacker.
Sapo 8ulfuratus, Schwefelseife (Sapo
Sulfuris). Eine mit Hilfe von verdünntem
Weingeist aus Schwefelblüthen (1) mit Sapo
venetus (7) bereitete käufliche Seife, welche
viel gegen acute und chronische Exantheme
gebraucht wird; sie hat auch zertheilende
und parasitenwidrige Eigenschaften. Vogel.
Sapotaceae, Sapotagewächse. Tro
pische Bäume und Sträucher mit Beeren, aus
denen besonders Milchsaft, Oel und Gutta
percha gewonnen wird. Zu ihnen gehört
vornehmlich der Sapotillbaum, Achras
Sapota; der Butterbaum mit den essbaren
Früchten und butterartigem hochgeschätzten
Oel und die Guttapercha liefernden Bäume
Ostindiens und Afrikas, besonders Isonandra
Gutta. Mimusops Balata etc. Vogel.
Sapo terebinthinatus, Terpentinseife
(Baisamum vitae externus). Aeusserlich als
reizendes Zertheilungsmittel gebrauchte sal
benartige Masse, keine eigentliche Seife, zu
deren Herstellung 1 Theil Terpentinöl und
17 Theile Seifenpulver (Sapo medicatus) be
nützt werden. Vogel.
Sapotoxin oder Saponin, Senegin, das
giftige Glykosid der Senega und Saponaria
(s. d.). Mit Säuren behandelt, spaltet es sich
in Zucker und Sapogenin. Es ist ein
scharfes Narcoticurn (Darmentzündung, Herz
lähmung), in kleinen Gaben Expectorans. VI.
Sapo venetus, venetianische Seife, Sapo
medicatus, s. Sapo hispanicus.
Sapo viridis, die grüne Seife, Schmier
seife, Sapo kalinus der österreichischen
Pharmakopoe, ist eine aus minderwerthigen
Fettsorten bereitete Kaliseife, s. Seife und
Sapo Kalinus. Loebisch.
Saprolegnia Neesab Esenb. Die Schwärm-
sporen zerstreuen sich nach ihrer Entleerung
aus dem Sporangium sofort. Letztere end
ständig, nach der Entleerung von dem nach
wachsenden neuen Sporangium durchbrochen.
8. monoica Pringsh. Oogonien und die
meist zahlreichen Antbeiidien an demselben
Aste. Oosporen gewöhnlich zahlreich, etwa
20 p. gross.
8. ferax Gruithusen = S. dioicaPringsh.
= 8. Thureti De Bary. Antheridien in der
Regel auf besonderen Fäden oder fehlend,
höchst selten vereinzelt mit dem Oogonium
auf demselben Zellfaden. Oosporen ca. 30 pi
gross. Parthenogenetische Fortpflanzung öfters
beobachtet.

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