Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Beide Arten häufig in fliessenden und
stehenden Gewässern; mit Aehlya eine Plage
der Fischzüchter, auch Mitursache der Krebs
pest. Harz.
Saprolegniaceae Pringsh. Pilze mit ein
zeiligem, reich verzweigtem Mycel. Vermehren
sich ungeschlechtlich durch Schwärmer (Zoo-
spören) und geschlechtlich durch Oosporen.
Im ersteren Falle entstehen an dem
Mycel mehr oder weniger länge keulenförmige
Schläuche, welche sich reichlich mit Proto
plasma füllen und sich Sodann durch eine
Scheidewand vom vegetativen Mycel ab
sondern; hierauf zerfällt der gesummte In
halt durch simultane Zellbildung in zahlreiche,
oft mehrere Hunderte bis lausende von Tochter-
zellen. Die Zoosporen besitzen meist 2, sel
tener 1 Cilie, häuten sich früher oder später,
schwärmen einige Zeit und wachsen nach
'erlangter-Ruhe zu neuen Mycelien aus. Die
Häutung kann schon innerhalb des Zoosporan-
giums erfolgen, wobei die nackten Schwärmer
alsdann durch die Seitenwand das Zoosporan-
gium verlassen und die Häute als Zellennetz
innerhalb jenes verbleiben (Dictynchus Leit
geb). Dies kann jedoch bei verschiedenen
Gattungen neben der typischen Entleerungs-
art vorkommen. Gewöhnlich aber treten die
Schwärmer durch die geöffnete Spitze des
Zoosporangiums aus und häuten sich alsdann
■sofort oder später. Bei Saprolegniä gelangen
die Schwärmer nach einiger Zeit zur Ruhe,
häuten sich alsdann und schwärmen noch
einmal (Diplanes Leitgeb).
Die geschlechtliche Fortpflanzung wird
durch Oogonien und Antheridien bewirkt.
Erstere sind grosse, meist kugelige Zellen, die
als Endanschwellungen an Seitenzweigen des
Mycels entstehen.
■ Nachdem sie mit Protoplasma dicht er
füllt sind, Schliessen sie sich durch eine
Scheidewand ab. Alsbald-wird der gesammte
Inhalt zur Bildung von meist acht bis mehr
Tochterzellen (Oosphären) verwendet, ohne
dass ein Theil als Periplasma unverbraucht
erhalten bleibt. Zuweilen contrahirt sich auch
der gesammte Inhalt zu einer einzigen
Oosphäre. Die Wand des Oogoniuras ist weiss,
etwas derb, besitzt öfters verdünnte Stellen,
die später sichln Löcher verwandeln können.
— Unterhalb des Oogoniums sprossen als
dünne, an der Spitze keulig, ei- oder nieren
förmig angeschwollene Fäden die männlichen
Befruchtungsorgane hervor, deren Endtheil
(Antheridium) sich dem Oogonium dicht an
legt und von hier schnabelähnliche, die
Oogoniumwand durchbrechende Fortsätze ins
Innere sendet. Ob diese sich öfl'nen und direct
den Befruchtungstoff an die Eizellen (Oosphä
ren) abgeben oder ob letztere geschlossen
bleiben und ihren Inhalt endosmotisch ent
leeren, ist noch nicht sicher festgestellt
Nach Pringsheim wandern amöboide
Protoplasmatheilchen aus und befruchten die
Eizellen. Letztere umgeben sich schliesslich
mit einer derben Membran und vermögen so
längere Zeit zu ruhen, ehe sie auskeimen.
Diese Pilze bewohnen häufig todte orga

nische Substanzen in allen Gewässern wäh
rend des ganzen Jahres. Sie befallen aber
auch sehr häufig lebende Thiere, z. B. Fische,
Frösche, sodann deren ins Wasser abgelegten
Laich und richten manchmal bedeutende Ver
heerungen unter ihnen an.
Arten der Gattungen Aehlya und Sapro-
legnia erzeugen in neuerer Zeit häufig eine
Form der sog, Krebspest (s. d.). Diese zwei
wichtigsten, sich sehr nahe stehenden Gat
tungen unterscheiden sich nur dadurch von
einander, dass bei Aehlya die Schwärmsporen
Vor der Mündung des Sporangiums zu einem
Knäuel geballt sich häuten und dann aus
schwärmen, sowie dass bei Aehlya nach Ent
leerung der Zoosporangien unterhalb dieses
durch seitliche Sprossung ein neues Sporan-
gium gebildet wird (vergl. Aehlya). Harz.
Saprophyten (von oorapo';, faul,- stinkend;
(cuto’v, das Gewächs, die Pflanze), Fäulniss
pilze, d. h. Spaltpilze, welche auf todten
Organismen und in stehenden Gewässern,
Cloaken etc. vegetiren und die darin vorfind-
lichen stickstoffhaltigen Verbindungen zer
setzen. Anacker.
Saprophyten werden im Gegensatz zu
den Parasiten jene Pilze genannt, welche auf
todter organischer Substanz gedeihen. Früher
glaubte man die Pilze nach ihrem Verhalten
zu Substraten, d. h. nach parasitischer oder
nicht parasitischer (saprophytischer) Lebens
weise unterscheiden zu können. Dies hat sich
jetzt zum Theile wenigstens als unrichtig er
wiesen. Viele früher nur als Parasiten be
kannte Pilze lassen sich auf lebloser organischer
Substanz, also saprophytisch cultiviren. Harz.
Saratow, in Russland, Hauptort des
gleichnamigen Gouvernements, an der Wolga,
ist ein Staatshengstenddpöt und gilt als
Filiale des Staatsgestüts Khrenowoye. Gn.
Sarcepiplocele (von oäp?, Fleisch; Ittc-
itkoov, Netz; xvjk-/j, Bruch), der Netzfleisch
bruch. Anac'ker.
Sarcidium s. sarcion s. sarcium (von
aap|, Fleisch), das Fleischwärzchen, das sog.
wilde Fleisch. Anacker.
Sarcina (von sarcire, einpacken), die
Last, die Leibesfrucht, eine Algenart.
Sarcina s. sarcinum (von odp?, Fleisch),
das .Sarcin, der Muskelstoff. Anack.r.
Sarcina; Goods. Spaltpilzgattung kugeli
ger Individuen, welche durch eine schleimige bis
knorpelige Hülle zu würfelförmigen Individuen
vereint sind. Letztere wiederum zu grösseren
Massen zusammengestellt, aus denen die ein
zelnen Würfelcolonien durch stärkere Segmen-
tirungen gesondert erscheinen. Wie es scheint,
harmlose Organismen. Man unterscheidet
mehrere Arten, deren wichtigste sind:
I. S. ventriculi Goods. Einzelindivi
duen sammt Hülle ca. 1 p. gross. Bildet grau-
weisse bis schmutzig bräunliche würfelige,
oft grosse Pakete. Variirt etwas grosszeilig,
hell und kleinerzellig, dunkler. Verflüssigt
Gelatine nicht.
Häufig im Magen von Gewohnheits
trinkern, sodann bei Kranken, die an chroni-

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