Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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eigenthümliches Rasseln erzeugen (s. Aus-
cultation). Vogel.
strepticeros (von 0Tpiden; xepa;, Harn), mit gewundenen Hörnern.
Anacker:
Streptococcus, s. Pyogene.
Stressenza-Gründe sind ein Theil des
zum k. k. österreichischen Hofgestüt Lippiza
gehörigen Schickeihofs (s. d.). Grassmann.
Streu ist erforderlich, um den Thieren
ein bequemes, reinliches trockenes, und war
mes Lager zum Ausruhen zu gewähren, den
Hufen und Klauen Schutz zu bieten, Harn
und Koth aufzunehmen und Dünger zu bilden.
Die Streu der Hausthiere kann bestehen aus
Stroh, Heu von Streuwiesen, Sägespänen,
Laub, Erde, Torfstreu etc. und scheint das
täglich nöthige Quantum zu einem hinrei
chenden Streulager z. B. beim Pferde weniger
nach dem Bedürfniss dieser Thiere, als nach
dem Gutdünken des Menschen, sowie nach
dem Vorrath und den Kosten des Materials
bemessen zu werden, was wenigstens aus den
in Militärstallungen einzelner Staaten zu ge
währenden täglichen Gaben zu ersehen ist. So
werden in Frankreich täglich 9, in England 7,
in Preussen 7, in Württemberg 8—7, in
Baden 4, in Oesterreich 3, in Bayern 3 Pfund
Stroh aufStandbrücken und 4 Pfund in allen
Stallungen, wo keine Standbrücken sind, als
tägliche Ration für ein Pferd gegeben und
erst in letzterer Zeit wurde in Bayern die
Strohration mit dem Futterstroh auf 3500 G.
— 7 Pfund erhöht. Heberschreitet die Stroh
gebühr 4 Pfund, so wird ein Theil als Futter
stroh gerechnet und namentlich in Frankreich
wechselt dieses Quantum nach der Güte und
dem Preise des Heues, als dessen Ersatz es
theilweise zu dienen hat. Der geringe Quan
titätsbedarf in Oesterreich erklärt sich durch
die eingeführten schmalen Stände in den
Ställen und die äusserst sorgfältige Behand
lung der Streu selbst. Der Streubedarf ist
quantitativ, je nach der Thiergattung, den
Stallräumlichkeiten, dem Bodenbelege, dem
Streu material und den Ausnützungszwecken
der Thiere selbst verschieden. Pferde, welche
in geschlossenen Ständen stehen, brauchen
weniger als jene in offenen; ferner kommt
es darauf an, ob dieselben nur Nachts oder
auch am Tage Streu bekommen (permanente
Streu); wird dieselbe täglich gewechselt, so
ist der Bedarf ein grösserer, als wenn sie
längere Zeit liegen bleibt; hartes Steinpflaster
verlangt mehr Streu, als weiches Bodenbeleg.
Zur kalten Jahreszeit ist mehr Streu noth
wendig, als zur warmen. Streustroh gibt in
der Regel eine bessere Streu als die Streu-
Surrogate.
Unter den Rindern verlangen das Jung
vieh, Zucht- und Mastthiere gute und mehr
Streu als das Milch- und Zugvieh; bei ersteren
bleibt meistens die Streu Tag und Nacht
liegen, bei letzteren nur bei Tag. Stroh wäre
allerdings die bessere Streu, allein meistens
bringen es die ökonomischen Verhältnisse
mit sich, dass viele Surrogate von Streu ver
wendet werden, namentlich die Laubstreu,

auch Schilf und minder gute Streusorten.
Bei den Schafen und Schweinen bleibt die
Streu in der Regel Tag und Nacht liegen
und ist für diese Thiergattungen hur weiches
und geknicktes Stroh; je nach der Stückzahl
zu verwenden, was sich nach den Wirth-
schaftli'cheh und anderen Verhältnissen richtet.
Nur im militärischen Haushalt und in
manchenLuxus-, Hof-und Marställen wird das
nöthige Gewicht des Streubedarfes vorgewogen,
dagegen wird im Landwirthschaftsbetriebe der
Streubedarf meistens nur ad libitum den
Hausthieren zugetheilt und richtet sich das
Quantitätsverliältniss meistens nach dem vor
handenen Streumaterial mit Rücksicht auf
die Düngergewinnung. Nur viele und gute
Streu kann den Thieren in der Wartung und
Pflege nützlich sein, sowie dieselbe durch
Düngergewinnung auf der anderen Seite die
Rentabilität wieder herstellt (vgl. auch Ein
streu). Ableitner.
Streufressen ist eine üble Angewohnheit
der Pferde, man beobachtet es bei Pferden,
die nicht genügende Beschäftigung haben
oder nicht genügend ernährt werden, dann
auch bei Verstimmung der Magennerven (s.
„Mistfresser“). Anacker.
Streuklappen sind unter den Barren der
Thiere angebrachte Bretterverschläge, in welche
unter Tags die Streu untergebracht und auf
bewahrt wird, u. zw. in jenen Fällen, wo die
Slreu nicht aus dem Stalle gebracht oder die
permanente Streu eingeführt ist. Ein Brett als
Klappe ist beweglich angebracht, um durch
Oefihen desselben die Streu einzubringen
und durch Schliessen zu verhindern, dass
das Thier zu derselben gelangen kann.
In hygienischer Beziehung sind die Streu
klappen verwerflich, weil durch die Ausdün
stung der Streu die Augen und Lungen der
Thiere leiden. Ableitner.
Streukügelchen. Granula, hauptsäch
lich für homöopatische Zwecke dienend, siehe
Pastillen.
Streumaterialien, s. Einstreu.
Streupulver. Pulvis adspersorius,
äusserlich angewendete Arzneipulver, siehe
Pulver.
Streustroh, s. Einstreu.
Streusurrogate, s. Einstreu.
Stria, der Streifen, die Rinne.
Strich nennt man das Wegziehen oder
Ankommen der Zugvögel im Herbste und
Frühjahre. Koch.
Strichcanal, s. Milchdrüsen.
Striche, Zitzen', s. Euter und Milchdrüsen.
Strichfarn. Asplenium Filii femina,
s. Aspleniaceae.
Strickbeeren, Preiselbeeren, Krons
beeren. Die adstringirenden Früchte des
Vaccinium Vitis Idaea, s. d.
Stricksalbe, Laussalbe, Quecksilbersalbe,
graue. Unguentum Hydrargyri cinereum, siehe
bei Hydrargyrum im Artikel Mercurialien.
Strictor (von stringere, zusammenziehen),
sc. musculus, der Muskel, der Schliessmuskel.
Anacker.

R

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