Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Ta, Zeichen für Tantalum.
Tabacum. Tabak, s. die Stammpflanze
Nicotiana Tabacum.
Tabakblätter. Blätter der Tabakpflanzen
(Nicotiana). Sie äussern in frischem Zustande
stark narkotische Wirkungen, welche sich
durch Trocknen nur wenig vermindern. Am
giftigsten sind die halbwelken Blätter, welche,
von den landwirthschaftlichen Hausthieren
verzehrt, bei denselben heftige Erkrankungen,
oft mit tödtlichem Ausgange bewirken. Nach
Verzehr der Blätter, die von Rindern und
Ziegen mit einer gewissen Vorliebe aufge
nommen werden, stellen sich alsbald Unruhe,
Bauchschmerzen, Aufblähen, Durchfall, Fieber
erscheinungen, Betäubungen und Lähmungen
ein. Das giftige Princip der Tabakblätter ist
ein Alkaloid, das Nicotin (vergl. Nicotiana
Tabacum, Nicotianin und Nicotin). Pott.
Tabaksamenkuchen. Pressrückstände der
Oelgewinnung aus den ölreichen (35—40%)
Samen der Tabakpflanze (Nicotiana Tabacum,
s. d.). Die dunkelbraunen Pressrückstände
(Tabaksamenkuchen) enthielten nach L. Gran-
deau:
89 3 % Trockensubstanz
25'6 „ Stickstoffsubstanz
14’6 „ Rohfett
15 1 „ stickstofffreie Extractstoffe
22'4 „ Holzfaser
5'3 „ Asche
6'3 „ Sand.
Diese Pressrückstände waren angeblich
nicht nicotinhaltig und sollen als Futter
mittel ganz gut verwendbar sein (s. Nico
tiana). Pott.
Tabakwürger (Orobanche ramosa), Fa
milie Orobancheae. Ein den Tabak, Hanf und
zuweilen auch den Mais befallender Wurzel
schmarotzer, welcher als Futtermittel dient
(s. Orobancheae). Pott.
Tabanus, die Viehbremse.
Tabernaculum (Taberna, Zelt), eine Arznei
form in Gestalt von Zeltchen, welche ein
fache Kegel-, Trichter- oder Schneckenform
haben, aus Eiweissschaum und Zucker be
reitet werden und irgend ein Medicament
enthalten, wie es hauptsächlich in der Kinder
praxis gebraucht wird, z. B. die bekannten
Wurmzeltchen, Tabernacula Santonin! (0’025
und 0 05 [s. auch Pastillen]). Vogel.
Tabes (von Tqy.s’v, schmelzen), die Ab
zehrung, Abmagerung, Darrsucht.
Tabes dorsualis (von dorsus, der
Rücken), die Rückenmarksschwindsucht, die

Traberkrankheit der Schafe (s. Rückenmarks
krankheiten). Anacker.
Tablettae. Arzneitäfelchen, Tabletten.
Pulverige Arzneimittel, gewöhnlich stark wir
kende, wie die Alkaloide, können für sich
ohne jeden Zusatz durch Pressmaschinen zu
runden Täfelchen comprimirt werden (Tabulae
compressae), um dann in bestimmter Dose so
fort zum Gebrauch verwendet zu werden. Sie
werden in einem Etui aufbewahrt und dienen
jetzt auch zum Theil in der Thierheilkunde,
wie die Morphin-, Eserin-, Pilocarpin-) oder
Veratrintabletten, besonders zu hypodermati-
schen Einspritzungen, zu welchem Zwecke sie
nur in destillirtem Wasser aufgelöst zu werden
brauchen. In dem Etui befindet sich auch die
Injektionsspritze. Vogel.
Tabourin F. studirte Thierheilkunde in
Lyon und wurde 1845 zum Professor an jener
Schule ernannt. T. gab 1853 heraus: Nouveau
traitö de matiere mödicale, de therapeutique
et de pharmacie vöterinaire und veröffentlichte
mehrere Artikel im Journal vöterinaire. Sr.
Tabulae. Täfelchen, arzneiliche, s. Ta
blettae.
TabuiN (von tabere, schmelzen, ver
zehren), die ansteckende Krankheit, die Pest.
der schlechte Eiter. Anacker.
Tabun bedeutet bei den Kalmücken, so
wie in der südrussischen Steppe „Heerde“,
besonders eine Heerde Pferde. Ein Tabun
besteht gewöhnlich aus etwa 100 Pferden.
Eines derselben ist der sog. Fänger, d. i. ein
zum Einsangen von der Heerde entwichener
oder verlaufener Pferde abgerichtetes. Der
Tabuntschick (s. d.), welcher die Aufsicht
über die Heerde führt, schwingt sich nöthigen-
falls auf den Fänger, den er frei ohne Zügel,
Sattel u. s. w. reitet. Derselbe folgt dem ent
wichenen Pferde, u. zw. so, dass er diesem
immer zur linken Seite bleibt. Mit dem Arkan,
d. i. eine Art Lasso oder Stangenklang (s. d.),
fängt der Tabuntschick den Flüchtling. So
bald diesem die Schlinge über den Kopf
geworfen, parirt der Fänger aus eigenem
Antriebe und das gefesselte Thier wird, in
dem der Arkan als Zaum in Art der Kal
mückentrense (s. d.) verwendet wird,^ zur
Heerde zurückgebracht. Die etwa über Nacht
von der Heerde entlaufenen Pferde findet der
Tabuntschick sehr leicht, indem ihm der
Wind als Wegweiser dient. Die Pferde ent
fernen sich nämlich regelmässig zur Sommers
zeit gegen den Wind, im Winter aber mit
demselben von dem Tabun. Grassmann.

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