Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Tabuntschick oder Tabunschick ist der
Pferdehirt der südrussischen Steppe, welche
sich von der Donaumündung am Schwarzen
Meer bis nach Asien hinein ausdehnt. Der
Tabuntschick hütet seine halbwilde Pferde
heerde, Tabun genannt, stets hoch zu Ross.
Er ist meist mit einer bei drei Klafter langen
Peitsche mit kurzem, dickem Stocke, sowie
mit einer Schlinge zum Einsangen verlaufener
Pferde versehen, und zu seiner Vertheidigung
ist er gewöhnlich mit einer Wolfskeule aus
gerüstet. — Auch in der Kalmücke! wird
der Pferdehirt Tabuntschick genannt (siehe
Tabun). Grassmann.
Tachyhydrit, Taehydrit, ein rhombo-
edrisch krystallisirendes, honiggelbes, durch
scheinendes Mineral, das an der Luft leicht
zerfliesst und ein wasserhaltiges Calcium
magnesiumchlorid ist; findet sich in Stassfurt.
Blaas.
Tachyiatria (von rayis, schnell; laTpo's,
Arzt), die Kunst, schnell zu heilen. Anacker.
Tachylit, eine dem Obsidian ähnliche,
glasige Erstarrungsform basaltischer Ge
steine. Blaas.
Tacquet J. gab 1614 ein Werk über
Pferdezucht heraus unter dem Titel „Philippica
ou Haras des Chevaux“. Semmer.
Tactio s. tactus (von tangere, berühren),
das Betasten, das Gefühl. Anacker.
Tadmor, ein arabischer Vollbluthengst,
wurde durch den k. k. Oberst Herbert in der
arabischen Wüste angekauft und im Jahre
1843 dem k. k. Staatsgestüt Lippiza als Be
schäler einverleibt. Tadmor war Schimmel
und wird als ein hochedles Pferd geschildert.
Er wurde im Jahre 1834 bei dem Beduinen
stamm Anaze el Ruöla geboren. Aus seiner
Nachzucht sind mehrfach Pferde im Gestüt
verwendet. Noch in den Achtzigerjahren
wurde Neapolitano-Basovizza, welcher durch
seine Mutter Basovizza ein Urenkel Tadmor’s
war, als Beschäler benützt.
Tadmor, ein englischer Vollbluthengst,
v. Ion (v. Cain a. d. Margaret) a. d. Palmyra
v. Sultan a. d. Hester, war guter Beschäler
und ist z. B. als Vater v. Seclusion, der
Mutter des Hermit, bekannt. Grassmann.
Taeda (von Z«(;, Fackel), der Fichten
baum. Anacker.
Taedium (von taedere, Ekel haben), der
Ekel. Anacker.
Taenia (von -rouvetv, dehnen), die Binde,
das Band, der Bandwurm.
Taenia armata (von armare,bewaffnen),
der bewaffnete (mit Haken versehene) Band
wurm.
Taenia inermis, der unbewaffnete
Bandwurm. Anacker. .
Taeniagenesis (von Tatvta, Bandwurm;
fsveois, Zeugung), die Entstehung der Band
würmer. Anacker.
Tänien, s. Bandwürmer.
Täniin, identisch mit Kosin, Kosein,
Koussein C ai H 38 0 10 , der in den Kussoblüthen
vorkommende Körper, welcher die wurm
treibende Wirkung derselben bedingen soll.

Man erhält denselben nach Bedall in fol
gender Weise: Grob gestossene Kussoblüthen
werden mit Kalkmilch eingetrocknet und
wiederholt mit heissem Alkohol extrahirt,
die gesammelten Auszüge filtrirt und von
denselben der Alkohol abdestillirt. Die rück
ständige Flüssigkeit wird nach dem Er
kalten nochmals filtrirt, mit Essigsäure
schwach angesäuert und der ausfallende
Niederschlag mit kaltem Wasser gewaschen.
Dieser gibt getrocknet ein gelbliches kry
stallinisches Pulver von kratzend bitterem
Geschmack und saurer Reaction. Dieses
BedalTsche Koussein hält Flückiger für
ein Gemenge, aus dem er mittelst Eisessig,
das reine Präparat, welchem die oben angege
bene Zusammensetzung zukommt, abscheidet.
Das reine Kosin oder Täniin bildet schwefel
gelbe Prismen des rhombischen Systems,
löslich in warmem Alkohol, Aether, Benzol,
Chloroform, Schwefelkohlenstoff, schwer lös
lich in kaltem Weingeist, schmilzt bei 142° C.
ohne Reaction auf Lakmus. Löst man Tä
niin in Schwefelsäure, so entsteht anfangs
bei 15° C. eine gelbliche Färbung, welche
bald in Tiefblau, Bräunlich und in einigen
Stunden in Seharlachroth übergeht. Verdünnt
man diese Schwefelsäurelösung mit Wasser, so
fallen purpurrothe Flocken nieder, welche in
Aether, Weingeist und wässerigen Alkalien
löslich sind, aber nicht krystallisiren. Lh.
Taeniinum, identisch mit Kosinum
(Kussin), dem hauptsächlich wirksamen Be
standtheile der Kosoblüthen, siehe Hagenia
abyssinica.
Taeniosis (von taivia, Bandwurm), die
Bandwurmseuche. Anacker.
Tätowiren, Zeichnen von Zuchtthieren.
Es hat seine Schwierigkeiten, in grösseren
Heerden (z. B. Schafe) jedes einzelne Indi
viduum herauszukennen; nun ist dies aber
bei einer rationellen Zucht behufs genauer
Führung der Stamm-, Zuchtregister etc. ab
solut nothwendig. Man kommt dem Gedächt
nis dadurch zu Hilfe, dass man jedes ein
zelne Thier mit einer bestimmten Nummer
(resp. Namen) versieht. Bei Pferden geschieht
dieses Kenntlichmachen des einzelnen Indi
viduums durch Aufbrennen einer Zahl (eines
Buchstabens) etc.; auch Rinder brennt man
vielfach, u. zw. meistens an den Hörnern.
Bei Schafen und Schweinen lässt sich jedoch
das Brennen nicht gut durchführen. Für
diese Thiergattungen benützt man mit Vor
liebe das Tätowiren. Diese Methode besteht
darin, dass man mit Hilfe eines geeigneten
Instrumentes dem betreffenden Thiere die
ihm zukommende Zahl einpresst, u. z. in die
Ohren. Das hiezu erforderliche Instrument
ist die Tätowirzange, die in beistehender
Fig. 2109 abgebildet ist. Das eine Blatt hat
eine breite, mit einer Kautschukplatte versehene
Fläche; während das andere einen Kasten zur
Ausnahme der Tätowirziffern enthält. Diese sind
durch kleine auf einer Metallplatte befestigte
Messingstifte markirt. Jede einzelne dieser
Tätowirziffern besitzt an ihrem unteren Ende
einen mit einer Ausbuchtung versehenen

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