Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Fig. 2109. Tätowirzange.
Man tätowirt Rinder, Schafe und Schweine:
erstere beiden Thiergattungen am besten an
der inneren haarlosen Fläche der Ohren;
Schweine dagegen meistens an der Aussen-
fläche der Ohren.

Fig. 2110. Natürliche Grösse eines Tätowivzangen-
k asten s..

Das Tätowiren geschieht nun in der
Weise, dass man die gewünschten Ziffern in
den Kasten der Zange einsetzt, mit der linken
Hand das Ohr des zu tätowirenden Thieres
ergreift, dasselbe zwischen die geöffneten

Blätter der Zange schiebt und die Zange
mit einem kurzen Druck schliesst. Die Stifte
der Tätowirziffern werden hiedurch in ' das
Ohre eingepresst und hinterlassen punktirte,
deutlich sichtbare Zahlen. Diese tätowirten
Stellen werden dann noch, um sie für lange
Jahre kenntlich zu machen, mit einem Farb
stoff (Schiesspulver mit Spiritus, Zinnober,
Ocker etc.) eingerieben.
Die Ziffern sind in verschiedener Grösse
zu haben: es richtet sich dies nach der Thier
gattung, die tätowirt werden soll; für Rind
vieh verwendet man die grössten, für Schafe
die kleinsten. Für letztere, bei denen das
Tätowiren in vielen Zuchten üblich ist, be
nützt man an Stelle der gewöhnlichen Zange
einen sog. Tätowir-Revolver. Es ist dies auch
eine Art Zange, nur tritt hier an Stelle des
Kastens zur Aufnahme der einzelnen Ziffern
eine drehbare Scheibe, auf welcher die Täto
wirziffern 0 bis 9 befestigt sind; man erhält
die zu tätowirende Zahl durch Drehung der
Scheibe. Der Revolver arbeitet schneller, da
man die Ziffern beim Gebrauche nicht erst
herauszunehmen und durch neue, wie bei der
gewöhnlichen Zange, zu ersetzen hat.
Bemerkt sei noch, dass man an Stelle
von Zahlen auch Buchstaben tätowiren kann.
(Vgl. auch Kerben). Nörner.
Täubling. Gifttäubling, rother Hautpilz
oder Speiteufel, einer der gefährlichsten
Hymenomyceten von scharfem Geschmack und
ekelhaftem Geruch, s. Russula emetica. VI.
Täuschungen im Thierhandel, s. Betrü
gereien.
Taeys, eine Lieblingsstute Mohammed's.
Tajar war ein berühmter Hengst und
hervorragender Beschäler im Gestüt des
Grafen Hunyady zu Urmöny in Ungarn (siehe
Hunyady-Gestüt und Urmöny). Ueber seine Er
werbung wird Folgendes erzählt: Die Mame-
luken-Scheichs beabsichtigten einen Aufstand.
Mahomed Ali. der Gouverneur Aegyptens,
hatte hievon Kunde erhalten und lud daher
sämmtliche ägyptischen Begs und Mameluken-
Scheichs zu einem Gastmahl. Während des
selben liess er alle seine Gäste ermorden.
Die von diesen mitgeführten Pferde wurden
eine Beute der albanesischen Soldaten und
so kam Tajar, der Leibpferd des hier auf solche
Weise ermordeten Latife Pascha gewesen war,
an den Markt zu Kairo, auf dem er im Jahre
1811 von Baron Fechtig jun. unter dem
Drucke der Umstände sehr billig erstanden
wurde.
Tajar soll aus dem Gestüt reiner Zucht
bei Ghize, welches Murad Bey gehörte,
stammen, .von hier aus in die Hände des
Scheich Emir Bey und später in Latife Paschas
Eigenthum übergegangen sein.
Tajar, arabisch, —derFliegende, Schnelle,
der also reiner Araber War und vermuthlich
der Rasse Koheil angehörte, wird im Jahre
1798 oder 1799 geboren sein, da er, als er
1814 in das Hunyady-Gestüt kam, für welches
ihn Güterdirector v. Appel von Baron Fechtig
um den Preis von 1300 Ducaten gekauft
hatte, bereits 15—16 Jahre alt gewesen ist.

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