Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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förmige Hülsen darstellen, welche ein braun
schwarzes, weiches, sauer schmeckendes Fleisch
enthalten, das in Egypten, Ost- und West
indien, sowie in Arabien zu kühlenden Ge
tränken gebraucht wird, für sich aber wegen
des starken Gehaltes an Fruchtsäuren (beson
ders Citronen- und Weinsteinsäuren), Gummi
und Pectin, gelind abführende Wirkungen
besitzt und mit Zucker versetzt als Tama
rindenmark oder Tamarindenmus,
Pulpa Tamarindum, officinell ist. In
der Thierheilkunde findet das Mittel keine
Anwendung, ist aber für den Gebrauch des
Menschen (20—30 g) wegen der milden und
kühlenden Abführwirkung (Lenitivum), sowie
als Constituens für purgirende Latwerge sehr
geschätzt. Vogel.
Tamarix mannifera. Tamarisken-Manna
besonders der Levante. Durch den Stich
einer Schildlaus entsteht ein süsses Aus-
schwitzungsproduct, das als wohlschmecken
des Nahrungsmittel dient und das Manna
der Bibel darstellt. Das abführende Manna
stammt von einer cultivirten Esche ebenfalls
des Mittelmeergebietes (s. Fraxinus Ornus). VI.
Tamberlichi T., Thierarzt, gab 1826 zu
Pesaro eine Schrift unter dem Titel: „Cenni
teorico - pratici sull’ Esantema epizootico
attualmente ricomparso in Romagna, impro-
priamente caratterizzato per Cancro volante
o Glossanthrace“ und 1843 „Anatomia chirur-
gica de! principali Animali domestici“
heraus. Semmer.
Tambow, in Russland, liegt an der Zna
und ist Hauptstadt des gleichbenannten
Gouvernements. Hier wird vom Staate ein
HengstenddpÖt unterhalten, dessen Bestand
auf 60 Beschäler festgesetst ist. Grassmann.
Tamer — auf der Alm hergerichtete
Zwinger für Kleinvieh. — Kärnten, Granuda-
alpen. Ableitner.
Tampon, m. franz., der Zapfen, Pfropfen,
Stöpsel; es wird damit in der Chirurgie ein
Bausch von Watte (z. B. blutstillende von
Dr. Ehrle in Isny) oder Werg, Flachs,
Jute, Charpie oder Leinwand u. dgl. be
zeichnet, welcher fest zusammengedrückt,
gewickelt, gebunden und in einen Canal
(Stich- oder Wundcanal, in Scheide, Nase etc.)
oder in eine tiefe Wunde (Höhlenwunde)
geschoben, resp. gepresst wird, um dadurch
einen Ausfluss zu behindern, gewöhnlich um
eine Blutung zu stillen. Die Methode der
Blutstillung (Haemostasis) mittelst Tampons
heisst die Tamponade. Durch Tamponade
kann man eine provisorische Blutstillung
versuchen, bis bessere Mittel beigeschafft
sind; man kann aber auch in jenen Fällen,
wo eine andere Methode, die blutenden Be
sässe zu Schliessen, nicht anzuwenden ist, d(p
Tamponade zur definitiven Blutstillung be
nützen. Da im letzteren Falle die Tampons
oft längere Zeit liegen bleiben müssen, so
empfiehlt es sich, um einer Sepsis der Wunde
vorzubeugen, sie mit Jodoform u. dgl. zu im-
prägniren. Tampons kann man auch zur Blut
stillung bei Compressivverbänden benützen
und ausserdem können sie auch kunstgerecht

gefertigte Peloton (la pelote, das Knäuel,
Kissen, der Ballen bei Tourniquets und
Bruchbändern) ersetzen. Pfl u S-
Tamus communis. Gemeine Schmeer
wurz oder schwarze Zaunrübe, einhei
mische Schlingpflanze (Smilacee L. XXII)
mit herzförmigen Blättern und grünlichen
Blüthen, welche in ihren rothen kugeligen
Beeren ein scharfes Narcoticum besitzt, das
durch Magendarmentzündung und Lähmung
tödtet. Vogel.
Tamworth-Schwein (Staffordshire-
Schwein), in der neuesten Zeit viel genannt
und viel gerühmt, stammt aus der Umgegend
der kleinen Stadt Tamworth, wurde aber schon
seit langer Zeit auch unweit Birmingham
mit Vorliebe gezüchtet und gilt wohl mit
Recht für eine der ältesten Schweinerassen
Englands. Wahrscheinlich ist dieselbe frei
von neapolitanischem und chinesischem Blute
oder besitzt nur einen Tropfen (a dash) des
letzteren.
Auf der Fettviehschau des Smithfield-
clubs im December 1884 erschien ein Mr. Al-
lender mit mehreren sehr schönen Exemplaren
jener Rasse, und von der Zeit an fanden die
Tamworth-Schweine nicht nur in England,
sondern auch auf dem Continente grössere
Beachtung.
Diese Schweine haben einen lang ge
streckten, breiten Rumpf mit sehr schöner
Aufwölbung des Rippenkorbes; ihr Kopf ist
ziemlich lang und breit in der Stirn, die Nasen
linie ist nur ganz leicht eingebogen und ihre
aufrechtstehenden Ohren sind von mittlerer
Länge; der Rüssel ist ziemlich lang, so
dass sich die Thiere auf der Weide leicht
ernähren können. Besonders lobenswerth ist
die Tiefe ihres Rumpfes und die Stärke der
nicht zu hohen Beine. In der Regel sind
sie von rothbrauner Farbe, zuweilen auch
lohgelb mit schwarzen Flecken an den Seiten.
Ihre mittellangen, nicht zu groben Borsten
stehen dicht auf dem Körper und schützen
ihn in bester Weise gegen die Unbilden des
Wetters. — Die Fruchtbarkeit der Sauen ist
sehrbefriedigend; sie liefern durchnittlich 13,
zuweilen auch 13 und mehr Ferkel in einem
Wurfe und ernähren diese wochenlang recht
gut. Die Körperentwicklung lässt anfänglich
etwas zu wünschen übrig, nicht aber später
ihre Mastfähigkeit; bei zweckmässiger Er
nährung erreichen sie ein Gewicht von 330
bis 430 kg. Ihr Fleisch ist wohlschmeckend
und der Speck derb und kernig. — Tamworth-
eber werden jetzt in England vielfach zur
Kreuzung mit Berkshire- und Yorkshire-Sauen
benützt, um eine mastfähige Nachzucht zu
erhalten.
Staffordshire wies in den letzten Jahren
einen grossen Bestand an Borstenvieh auf,
im Jahre 1890 zählte man daselbst 39.471
Stück, 1889 nur 33.240 und es soll die
Schweinezucht dieser Grafschaft an Umfang
und.Bedeutung immer mehr zunehmen. Fg.
Tanacetum vulgare. Gemeiner Rain
farn (s. d.), überall an Wegen wachsende

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