Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Composite L. XIX mit goldgelben Blüthen
von unangenehmem Geruch, deren Kraut als
Herba Tanaceti officinell ist und ver
möge des Gehaltes an ätherischem Oel ein
bitteraromatisches Heilmittel und zu
gleich Rund Wurmmittel darstellt. Der
Gebrauch ist wie der des Wermuth (s. Ab-
sinthium). Das Tanacetumöl ist auch Krampf
gift. Vogel.
Tandem, englisch, ist ein zweiräderiger
Wagen mit zwei Pferden, spitz (lang) be
spannt. Die beiden Pferde gehen also nicht
neben-, sondern hintereinander. Dieselben
nennt man je nach dem Platz ihrer Anspan
nung Gabelpferd oder Scheerenträger und
Vorder-, Spitzen- oder Riemenpferd. Ersteres
geht in der Gabeldeichsel, letzteres vor
diesem.
Was nun die Anspannung Beider be
trifft, so muss das Gabelpferd kurz in den
Auf haltern und möglichst nahe der Last des
Wagens, also auch kurz mit den Strängen
eingespannt sein, jedoch so, dass es in der
Bewegung der Hintersasse durch den Wagen
nicht gehindert wird. Die Scheerendeichsel
ruht in den Scheerenträgern. Damit die In
sassen des Wagens aber nicht jeden Tritt des
Pferdes fühlen, empfiehlt es sich, die Gabel
bäume durch die Tragriemen an das Geschirr
nicht festzuschnallen, sondern denselben eine
gewisse freie Auf- und Niederbewegung in
einer starken Schleife der Tragriemen zu ge
statten. Im Weiteren muss das Geschirr des
Gabelpferdes mit Umgang und Strangträgern
versehen sein. Letztere dienen nicht nur zur
Aufnahme der Stränge, sondern müssen auch
einen Gegenhalt an den Gabelbäumen finden.
Das Riemenpferd trägt Geschirr ohne Um
gang; es ist etwas länger als im gewöhn
lichen Viererzug gespannt. Die Stränge, deren
Länge etwa 2'75 m beträgt, werden mittelst
Karabinerhaken am besten in die am Vorder
zeug des Gabelpferdes befindlichen Oesen be
festigt, doch kann man dieselben auch an die
Gabelbäume anbringen. Ein Einhaken unmit
telbar in das Kummet ist dagegen fehlerhaft,
da das Spitzenpferd alsdann nur hindernd auf
die Leistungsfähigkeit des Gabelpferdes ein
wirkt. Beide Pferde sind gleichmässig aufge
setzt. Die Leitzügel des Vorderpferdes gehen
durch die Kammdeckelschlüssel des eigenen
Geschirres, sowie durch Ringe, die zu beiden
Seiten des Zaumbackenstückes des Gabel
pferdes angebracht sind, und mit den Zügeln
des Hinterpferdes durch die Kammdeckel-
schlüssel dieses.
Die beiden Pferde müssen möglichst zu
einander passen, das Spitzenpferd kann etwas
kleiner, muss aber frei von Scheue, mit leb
haftem Temperament und mit flotten Gängen
ausgestattet sein. Das Gabelpferd darf ruhiger
Sinnesart sein, beider Charaktere müssen
sich gleichsam ergänzen. Besonders das
Riemenpferd muss flott vorwärts gehen und
darf keinenfalls hinter dem Zügel bleiben.
Je nach Grösse der Pferde wählt man
Kummet- oder Juckergeschirr; auch hat der
Wagen, der verhältnissmässig hoch gebaut I

sein muss, damit der Fahrer einen erhabenen
Sitz einnimmt und das Gespann übersieht,
sich einigermassen nach der Grösse der
Pferde zu richten. Der eigentliche Wagen
zum Tandem ist zweiräderig, doch verwendet
man auch das vierräderige Dogcart.
Die Führung der Pferde ist wie beim
Viererzuge, jedoch mit dem Unterschiede,
dass beide Pferde einzig und allein ihre Hilfe
in den Zügeln suchen und nicht eines durch
das andere unterstützt wird.
Ein Tandem gut zu fahren, ist verhält
nissmässig sehr schwierig, vor allen Dingen
in den Wendungen. Bei diesen muss schon
einige Schritte vor denselben die Gangart
der Pferde etwas verkürzt, das Gabelpferd
vermehrt versammelt und mit ihm in der
Hauptsache, jedoch ohne dass die Stränge
des Spitzenpferdes schlaff herunterhängen,
die Wendung ausgeführt werden. Bei zu
scharfem Antrieb des Spitzenpferdes kann
es in der Wendung das Hinterpferd leicht
umreissen, da dies in der Scheerendeichsel
keine freie seitliche Bewegung bat. Auf der
Geraden müssen Pferde und Wagen aber
stets eine gerade Linie bilden.
Das Einüben der Pferde für das Tandem
geschieht zweckdienlich in der Weise, dass
ohne Benützung eines Wagens der Fahrer
auf dem Gabelpferd reitet, die Zugstränge
des Spitzenpferdes nur leicht an letzterem
befestigt und jenes vom Sattel aus frei führt.
Sobald beide Pferde flott hintereinander
gehen, kann man sie in den Wagen spannen.
Vor allen Dingen muss aber das Riemenpferd
auch gelernt haben, den Einwirkungen des
Zügels willig zu folgen. Pferde, die einspännig
zu gehen gewohnt sind, pflegen ohne beson
dere Schwierigkeiten auch im Tandem ver
wendet werden zu können. Grassmann.
Tandem-Ioops, englisch = Häspen für
Kummetstangen. Grassmann.
Tan-Face-Schaf gehört zur Bergrasse
von Wales, und wird hauptsächlich in Rad-
norshire, und St. Härmen gezogen. Es ist
ein ziemlich kurzbeiniges Thier mit sehr
dichtem Vliess, feinwollig an beiden Körper
seiten, aber grobwollig am Bauche. Diese
Schafe besitzen eine derbe Constitution, halten
ungünstiges Wetter sehr gut aus, und werden
nur selten von Krankheiten befallen. Auf
den Radnorshire-Ausstellungen, welche all
jährlich in Pennybout abgehalten weiden, er
scheinen manche brauchbare Tan-Face-Schafe,
und es finden dieselben stets Beachtung. Fg.
Tange, Blüthen- und Ledertange.
Zu den Florideen oder Tetrasporeen
gehörende häutige oder knorpelige, gallertige,
vielfach durch schöne, zierliche Formen und
grosse Farbenpracht ausgezeichnete Gewächse
des Meeres, wo sie auf Klippen, Conchylien
oder grösseren Tangen (Rothtangen) festge
wachsen und besonders in den wärmeren
Klimaten in über 1000 Arten verbreitet sind.
Der chlorophyllhaltige Thallus (s. d.) ist häufig
rosenroth oder violett gefärbt, meist viel
zellig und geschieht die ungeschlechtliche
Fortpflanzung durch ruhende Tetrasporen.

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