Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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der eine der beiden Strahlen (o) viel stärker
absorbirt wird als der andere (e), so geht
bei einer gewissen Dicke der Platte schliess
lich nur mehr e durch, so dass eine solche
Platte nur mehr in einer Ebene schwingendes
Licht erzeugt; zwei solche Platten übereinan
der gelegt, wirken also wie Polarisator und
Analysator eines Polarisationsinstrumentes.
Drehbar in Ringe gefasst, welche an einem
scherenförmig gebogenen federnden Dpaht
befestigt sind, geben derartige Platten die
sog. Turmalinzange, welche als Polarisations
instrument benützt wird. — 1 Chemisch ist
der Turmalin ein ziemlich complicirt ge
bautes Silicat, welches neben Kieselsäure,
Thonerde, Borsäure, Magnesia, Kalkerde,
Eisen- und Manganoxydul, die Alkalien,
Wasser und Spuren von Fluor enthält.
Der Turmalin ist ein sehr Verbreitetes
Mineral und ein häufig vorkommender acces-
sorischer Gesteinsgemengtheil, besonders die
schwarzen Abänderungen, welche in manchen
Graniten und Schiefern einen hervorragenden
Antheil an der Gesteinszusammensetzung
nehmen. Viele Thonschiefer und Phvllite
enthalten ihn als mikroskopischen Gemeng
theil. Ausser der oben hervorgehobenen Ver
wendung zu Polarisationsinstrumenten benützt
man schön gefärbte und durchsichtige Ab
änderungen als Edelsteine. Blaas.
Turmeric, Gelbwurz oder indischer Safran.
Wurzelstock der zu den Scitamineen (Gewürz
lilien) gehörenden Curcuma longa, im öst
lichen Asien einheimisch und daselbst, wie
auch in Westindien, nebst einigen Verwandten
Arten cultivirt. Das gelb gefärbte Wurzel
mehl, ähnlich dem Ingwer riechend und würzig
bitterschmeckend, fand früher in der Medicin
und ziemlich stark in der Färberei Verwen
dung. Wird jetzt vielfach als „Beifutter
mittel“ (s. d.) englischen Fress- und Mast
pulvern (s. Mastmittel) zugesetzt. Die wirk
samen, anregenden Stoffe (Reizstoffe, s. d.)
sind wahrscheinlich ein darin enthaltenes
ätherisches Del, vielleicht auch der harzige
gelbe Farbstoff (Curcumin). Auch andere
Pflanzenpulver kommen angeblich zuweilen
als Turmeric in den Handel, so das Blut
kraut (Sanguinavia canadensis) und das
canadische Wasserkraut (Hydrastis canadensis).
Pott.
Turner, Th. englischer Thierarzt, schrieb
1832 über Hufbeschlag und Hufgelenkslahm
heit. Senimer.
Turnern aphrodisiaca und diffusa. Tur-
neracee des tropischen Amerikas und West
indiens, enthält in den Blättern — Folia
Damiana — ätherisches Oel, Harz, Bitter
stoff und gilt dort als vorzügliches Stomachi-
cum, Amarum undTonicum bei Dyspepsien;
auch soll das Infus, bezvv. die Tinctur beim
Menschen die Geschlechtslust stark anregen,
u. zw. bei beiden Geschlechtern. Vogel.
Turnips, Wasserrübe, gemeine Feld
rübe, Teltoverrübe, s. Brassica rapa (Brach
land Stoppelrübe).
Turnipsriiben, s. Brassica rapa rapifera,
Wasserrüben und Stoppelrüben.

Turpethum, der Turbith, unterschweflig
saures Quecksilberoxyd. Anacker, i
Turpethum, Purgirwinde, s. Turbith winde.
Turpitudo (von turpis, hässlich), die Ver
unstaltung. Anacker.
Turteltaube, s. u. Tauben.
Turunda s. turundula (von lerere, reiben),
die Wicke, der Charpiemeisel. Anacker.
Tusche sind aus Lampcnrussschwarz,
feinem Leim oder Gummi n. dgl. Bindemitteln
hergestellte kurze Stäbchen mit viereckigem,
kreisrundem oder elliptischem Querschnitte,
die gewöhnlich parfümirt und meist mit
chinesischen Schriftzügen in Gold bedruckt
sind. Mit Wasser nach Art der Aquarellfarben
angerieben, geben sie eine schwarze „Lösung“
(Emulsion), die zur Herstellung von Zeich
nungen verwendet wird. Gute Tusche muss
von intensiv schwarzer Farbe und auf dem
Bruche glasartig sein, muss sich auf das
Feinste zerreiben lassen und soll auf Papier
aufgetragen einen sammtartigen Schimmer
haben. Als die beste Sorte gilt die chinesische
Tusche, welche in China aus sorgfältig be
reitetem Russe von Nadelhölzern mit thieri
schem Leim, Russ aus Sesamöl, Kampherruss
hergestellt und mit Moschus parfümirt wird.
Auch in anderen Ländern wird sehr viel
Tusche bereitet und mit chinesischen Charak
teren. bedruckt als chinesische Tusche ver
kauft. Auch gelöste Tusche kommt im Handel
vor. Blaas.
Tussainen, in Preussen, Ostpreussen,
Regierungsbezirk Gumbinnen, Kreis Ragnit,
ist eine freiherrlich v. Sanden’sche Besitzung.
Dieselbe umfasst einschliesslich der zuge
hörigen Güter zu Carlsberg und Randonat-
schen einen Gesamratflächenraum von 12.000
Morgen (— 3063 84 ha).
Das hier von dem Besitzer, Freiherrn
v. Landen, unterhaltene Gestüt ist eines der
ältesten Ostpreussens, da es sich bis auf das
Jahr 1783 zurückführen lässt. In jenem
Jahre ist nämlich nachweislich die erste im
Gestüt benützte Stute Rosalie I. geboren,
eine in Trakehnen gezogene Porzellanscheck
stute v. Marquis, welche in jenem preussi
schen Hauptgestüt Heister I. genannt war.
Die ersten Stuten Tussainens stammten
überhaupt alle aus Trakehnen und waren
theils von Hengsten orientalischen Blutes,
wie Benesacher, Nischti, theils auch von
solchen englischer Abkunft erzeugt. Neben
den an gekauften findet sich im Jahre 1800
die erste in Tussainen gezogene Stute Buchs
baum in Zucht eingestellt. — An Farbe
waren die Pferde sehr verschieden, da sich
neben mehreren Scheckenarten, Braune, Füchse,
Schimmel, Isabellen u. s. w. vorfanden.
Wie die Stuten Trakehner Abstammung
waren, so sind auch gleichartige Hengste zu
ihrer Bedeckung benützt worden, u. zw. in
den ersten Jahren der Blauschimmel Per
sianer II., die Orientalen Benesacher, Nischti,
die englischen Halbblüter Tretender, Tra
falgar, sowie der Pole Kosciusko u. s.w. Das
Gestüt stand also ganz unter dem Einfluss
Trakehner Beschäler, neben welchen aber

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