Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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auch eigene Beschäler gehalten wurden, die
aber auch von Trakehner Beschälern ab
stammten. Die ersten eigenen Hengste waren:
Mocran, Wellington und Lionei.
In der Folge hat das Gestüt, wenigstens
was die Stuten betrifft, meist nur aus seiner
eigenen Aufzucht sich ergänzt, wenn auch
hin und wieder aus anderen ostpreussischen
Zuchten, wie aus dem v. Fahrenheid’schen
Gestüt zu Angerasche, dem v. Heyden’schen
zu Launingken, aus Gielgudyszki (s. d.) u. s. w.
einzelne Pferde bezogen wurden. Wenn Tra-
kehnen dann dem englischen Blute den Vorzug
vor dem orientalischen gab, so folgte Tussainen
dieser selben Wandlung, so dass hier unaus
gesetzt eine Uebereinstimmung mit der Zucht
des königlichen Hauptgestütes bestand. Auch
jetzt noch (1892) sind sämmtliche Pferde des
Tussainer Gestütes, das einen Gesammt-
bestand von etwa 400 Köpfen zählt, in dem
Typus des Trakehner Pferdes gezogen, u. zw.
theils in dem des leichten, theils in dem des
schweren Reitschlages.
Ehedem war das Gestüt weit grösser.
Heute zählt es aber immer noch bei 50 Stuten,
alle edle Halbblutthiere, aus denen alljährlich
im Mittel 36 Fohlen gezogen werden. Die
Zahl dieser wird aber durch Ankauf von Ab
satzfohlen auf mehr als 60 Stück erhöht.
Eigene Beschäler besitzt das Gestüt ge
genwärtig nicht. Es benützt vielmehr könig
liche Beschäler des littauischen Landgestütes
zu Insterburg, deren acht auf der Begüterung
in Beschälstation aufgestellt werden.
Die Stuten werden zu aller Arbeit benützt
und befinden sich deshalb in den Arbeits
zügen. Bis zum Alter von fünf Monaten bleiben
die Fohlen bei den Müttern, dann entwöhnt,
erhalten sie täglich nach und nach je bis
zu 7 und 10 1 Hafer. Diese kräftige Fütterung
der Absatzfohlen dauert fort, bis sie etwa
18 Monat alt sind, dann kommen sie bei all-
mäliger Verminderung der Haferration auf
die Weide, welche die Fohlen aller Jahrgänge
gemessen, die während der Winterszeit nur
mit Heu und Stroh ernährt werden.
Die Ausnützung des Gestütes beruht in
der Hauptsache in dem Verkauf der drei
jährigen Pferde an die Remonteankaufscom-
mission. In den letzten Jahren sind alljähr
lich etwa 60 Fohlen auf diese Weise abge
geben und für dieselbenPreise von 850—950
Mark das Stück erzielt worden. Die besten Stuten
werden für das eigene Gestüt zurückbehalten,
auch einige der besten Hengstfohlen zu Zucht
zwecken aufgezogen. Etwa zehn Wochen vor
dem Remontemarkt werden die Fohlen wieder
kräftiger gefüttert und ihnen dazu eine täg
liche Haferration verabreicht, die pro Kopf
mit 2 1 beginnt.
Die Leitung des Gestütes geschieht
durch den Besitzer selbst, der die einge
schlagene Zuchtrichtung des edlen Halbblutes
voll und ganz verfolgt. Das für das Gestüt
angelegte Gestütbuch beginnt schon mit der
ersten, oben genannten Stute Rosalie I. und
weist in ununterbrochener Fortführung jetzt
884 Stuten mit ihrer Nachzucht auf. Viele

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