Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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namentlich' in der unteren Kummetlage, d. h.
dem vorderen Bande der Scapula entlang
über dem Buggelente weg bis gegen das
Manubrium sterni, im Allgemeinen also am
unteren Halsende der Zugpferde entwickeln
und weder mit den Bug- noch mit den
Brustbeulen identiflcirt werden dürfen. Die
richtige Bezeichnung eines derartigen Tumors
wäre eigentlich: Tyloma subcutaneum. Je
nach der Beschaffenheit des subcutanen Ge
webes bei der fraglichen Geschwulst unter
scheide ich das Tyloma fibrosum von dem
Tyloma myxomatosum und empfehle zu
ihrer Beseitigung eine längere Zeit an
dauernde Ausserdienststellung des Pa
tienten, passende Kummete oder die
Entfernung der Geschwülste mit dem
Messer. — Die Tylome sind oft wund und
dann müssen antiseptische Waschungen
{%% Lysolwasser, 0'1 % Sublimatlösungen)
und nach dem Abtrocknen Blei salbe in
Anwendung kommen. Sind die Tumoren heiss
und schmerzhaft, so wird man kalte
Ueb ersehläge, Blei wasserüb erschlüge,
Schmucker'sehe Bäder oder Fomen-
tationen mit Goulard’schern Wasser
in Gebrauch ziehen.
Literatur: Pflug, Ueber Druckschäden bei Pfer
den. I., Ueber Tylome, Hautsehwielen, p. 1, Wien 1892.
Perles, oder Koch’s Monatschr. für Thierbeilk. 1891,
p. 293. Pflug.
Tylophora asthmatica. Ostindischer Anta-
mul, Asclepiadee L. V. 2, deren Blätter und
Wurzel in ihrem Stammlande wie die Ipe
cacuanha (als Brechmittel und Expectorans,
sowie gegen Ruhr) gebraucht wird. Vogel.
Tylos s. tylus s. tyle (von rokoöv, ver
härten), die Schwiele, die Verhärtung. Anr.
Tymma (von tirctscv, schlagen), die
Verletzung durch Schlag. Anacker.
Tympania s. tympanias s. tympanites s.
tympanitis (von TOp.rcavi£etv, wie eine Trommel
klingen), die Trommelsucht, die Aufblähung.
Anacker.
Tympanitis, s. Aufblähung.
Tympanitischer Schall, s. Percussion.
Tympanum (TÖpitavov), die Pauke oder
Trommel, Cavitas tympani, Trommelhöhle,
Membrana tympani, Trommelfell. Eichbaum..
Typen nennt man in der Zootechnik
häufig gewisse Formen, Vorbilder einer
Hausthiergruppe, welche in der Nachzucht
festgehalten werden sollen, um derselben
einen besonderen Namen, resp. Bus zu ver
schaffen. Man nennt ein Individuum «gut ty-
pirt“, wenn dasselbe die Eigenschaften und
Formen seiner Basse möglichst vollkommen
besitzt; wenn ein solches Thier weiter
noch die lobenswerthen Formen und Eigen
schaften gut und sicher auf seine. Nachkom
men vererbt, so hat es für den geschickten
Züchter einen grossen Werth, Freytag.
Typha (von rotpo?, Dampf, Bauch), der
Rohrkolben (s. d.). Anacker.
Typhaceae. Rohrkolbengewächse,
deren Blüthen auf kopfigen oder walzigen
Kolben stehen, lauter Sumpfpflanzen mit

knotenlosen Halmen und grasartigen Blät
tern. Am häufigsten ist der breitblätterige
und der schmalblätterige Rohrkolben,
Typha latifolia und angustifolia
L. XXI. 3, welche an unsern Teichen und
Sümpfen wachsen und als „Liesch“ von den
Fassbindern zum Verstopfen der Fugen oder
zu geflochtenen Matten verwendet werden.
Das Kolbenrohr soll dem Rindvieh nicht
ganz ungiftig sein, was indess wohl Befal-
lungspilzen zuzuschreiben sein wird. Vogel.
Typhaemia (von xö-poe, Typhus; afpa,
Blut), das Typhusblut. Anacker.
Typhlogenus s. typhlogenes (von to'fXo's,
blind; zeugen), blind geboren. Anr.
Typhlosis s. typhlotes (von rocpkoöv,
blenden), die Blindheit. Anacker.
Typhodes S. typhoides (von töz>o;, Typhus;
etäos, Gestalt), typhusähnlich, typhusartig.
Anacker.
TyphoYd des Geflügels, s. Hühnercholera
unter „Hühnerkrankheiten“.
Typhomania (von TöWuth), das Rasen, Delirien bei Typhus. Anr.
Typhus (von tö^etv, zünden, rauchen)
der Typhus, das Nervenfieber.
Typhus abdominalis (von abdomen,
der Unterleib), das gastrisch-nervöse Fieber.
Typhus carbuncularis (von carbo,
die Kohle), der Milzbrand.
Typhus boum contagiosus (von bos,
der Ochse; contagere, anstecken), die Rin
derpest.
Typhus exanthematicus s. pete-
chialis (von l^dvffyjp.a, der Hautausschlag;
petechiae, Blutflecken), das Petechialfieber.
Typhus pectoralis (von pectus, die
Brust), die Brustseuche.
Typhus sylvestris (von sylva, der
Wald), die Wald- oder Holzkrankheit. Anr.
Typhus ist eine fieberhafte Infections-
krankheit mit Affection des Blutes, Nerven
systems, der Drüsen und Schleimhäute, die
nach dem Charakter in drei Gruppen zer
fällt, und zwar 1. Typhus abdominalis,
Typhus entericus, Abdominal- oder Darm
typhus mit vorherrschender Affection des
Darms, der Darmfollikel, Mesenterialdrüsen
und der Milz; 2. Typhus exanthematicus,
T. petechialis, Petechialtyphus, Flecktyphus
mit Affection des Blutes, Nervensystems, der
Schleimhäute des Darms und der Luftwege
und Auftreten rother Flecken auf der Haut;
3. Typhus recurrens, Rückfalltyphus mit Affec
tion des Blutes, der Milz und des Knochen
marks. Bei allen drei Formen tritt eine
parenchymatöse Degeneration der Leber,
Nieren und des Herzens ein. Beim Abdo
minaltyphus constatirten Gaffky, Klebs, Tom-
masi - Crudeli, Ceci, Cuboni, Marchiafava,
Eberth u. a. kurze, bewegliche Bacillen von
der Länge eines dritten Theiles des Blut
körperchendurchmessers und der Dicke des
neunten Theiles des Blutkörperchendurch
messers. Beim Rückfalltyphus fanden Ober
meier und Heidenreich lange Spirillen ira
Blute, welche die Länge eines Blutkörperchen

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