Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Anlegen des Eisens wird zuerst das Hufeisen
aufprobirt, dann, wo der Reif zu liegen
kommt, nachgemessen, vorgemerkt und an die
ser Stelle der Hufwand wird eine seichte, aber
scharf kantige Rinne ein gefeilt (Fig. 2274 E).
die jedoch nicht unbedingt nöthig ist.
Diese Rinne dient zu dem Zwecke, um das
Drücken und Klemmen der Spange auf die
Hufwand aufzuheben. — Die Spange kommt
hauptsächlich auf den unteren Rand der
Rinne zu liegen und trägt zum Festliegen des
Eisens sehr viel bei. — Wenn die Spange
nicht sehr genau gearbeitet ist, so kann man
mit Vortheil als Nothbehelf einen Streifen
Gummi oder Gummirohr darunter legen, wie
dies auf Fig. 2274 bei D ersichtlich ist. —
Die Spange wird von vorne und oben über
den Huf angelegt und so viel wie nöthig
niedergeschraubt. — Wenn das Pferd viel
gebraucht wird, so muss man dann und
wann etwas nachschrauben und zuweilen
auch nachfeilen, weil durch die Abnützung
der Trachten der Huf nicht mehr so fest
auf dem Eisen zu liegen kommt.
In Gegenden, wo die Huf beschlagkunst
noch darniederliegt, hat das genannte Eisen
nebst gleichzeitiger Anwendung von Huf leder
kitt befriedigende Resultate geliefert.
Literatur: Neues Noth- und Verbandeisen von
F. v. Chelchowski, in „Oesterreichische Monatsschrift
für Thierheilkunde“ 1884, Nr. 8. Koch.
Verbandstoffe sind Gewebe und Materien
der verschiedensten Art, welche zu Wund- und
anderen Verbänden (s. Verbände) Anwendung
finden. Diesbezüglich s. unter den Stich
worten Adhäsivbinde, Berlint, Filz, Gaze,
Guttapercha, Gypsbrei, Gypsguss, Kautschuk,
Longuette, Magnesit, Martin’sche Binde, Moos
torf, Mull, Oelpapier, Plastischer Filz. Kh.
Verbascum (eigentlich Barbascum, von
barba, der Bart), das Wollkraut. Anacker.
Das Wollkraut, auf steinigem Boden,
an Wegen oder als Gartenzierpflanze culti-
virte Scrophularinae (L. V, 1), deren getrock
nete Blumen ein beliebtes Volksmittel sind,
enthält ziemlich viel Schleim und wird
zum Brustthee oder zu erweichenden Brei
umschlägen verwendet. Diese Wollblumen
stammen hauptsächlich von folgenden Ar
ten ab:
Verbascum phlomoides, als Flores
V e rb a s c i offlcinell,Wollkrautblumen,Himmel
brandblumen. Sie haben radförmige Gestalt
mit ungleich fünftheiligem Saum, sind aussen
filzig und besitzen 5 ungleiche Staubfäden.
Frisch riechen sie widrig, getrocknet angenehm
honigartig, der Geschmack ist schleimig-süss-
lich. Ausser Farbstoff und Schleim enthalten
sie auch kleine Mengen ätherisches Oel. Thier
ärztlich verwendet man sie ganz so wie die
Althaea.
Verbascum thapsiforme, Königs
kerzenblumen. Sie besitzen goldgelbe Blüthen
mit S weissen Staubfäden, fünflappigem Saum;
von den Staubfäden sind 3 kurz und zugleich
wollig, die übrigen kahl und lang. Die Blumen
kronen haben dichte gelbe Behaarung, kräf

tigen angenehmen, ebenfalls honigähnlichen
Geruch und Geschmack und enthalten ausser
Schleim, Gummi auch Zucker. Arzneiliche
Verwendung wie oben, besonders, auch zum
Färben.
Verbascum nigrum, schwarzes Woll
kraut steiniger Böden. Die Blätter sind wie
die der vorigen beschaffen, die unteren am
Grunde herzförmig, die fünf Staubfäden
violettzottig, die Stiele lang. Die obenge
nannten Verbascumarten erreichen eine Höhe
bis zu 18 m, die schwarze Varietät bleibt
stets niedriger. Vogel.
Verbellen wird in der Jägersprache ge
braucht, wenn angeschossenes oder von Hun
den aufgegriffenes Wild sich diesen gegen
über zur Wehre setzt oder nicht weiter fort
kann. Koch.
Verbena (von Verbum, das Wort), das
Eisenkraut. Anacker.
Verbenaceae. Eisenkrautgewächse.
Einheimische Bäume, Sträucher und Kräuter
mit meist 4kantigen Aesten und gegenstän
digen Blättern ohne Nebenblätter, in Aehren
oder Köpfchen stehenden Zwitterblüthen und
vier Staubgefäßen. Von den vielen Arten
sind nur zwei von Interesse, die
Verbena officinalis, gemeines Eisen
kraut, L. XIV. 1, überall an Wegen wachsend,
über % m hoch wachsend, mit dreilappigen,
fiederspal tigen Blättern, ruthenförmigen Aehren
und röthlichweisser Blüthe. Die Pflanze war
früher Universalmittel bei Erkältungskrank
heiten, diente auch als Zaubermittel oder zu
heiligen Handlungen (heiliges Kraut, Weih
sprossen).
Verbena triphylla L. Eine wegen des
angenehmen Geruches der Blätter nach frischen
Citronen (Citronenkraut) beliebte Culturpflanze,
Vogel.
Verbeaserungsmittel sind in den arznei
lichen Verordnungen jene Mittel, die entweder
den Geruch, den Geschmack, das äussere An
sehen der ordinirten Mittel entsprechend
ändern, corrigiren sollen oder sie sind be
stimmt, die Wirkung der verschriebenen
Arzneimittel dem betreffenden Falle mehr
anzupassen. Das Nähere s. Corrigentia. . VI.
Verbindung der Arzneimittel. Beim Ver
ordnen von Arzneimitteln macht sich häufig
das Bedürfniss geltend, die Wirkung des
Hauptmittels durch weitere medicamentöse
Substanzen zu verstärken oder in anderer
Weise zu modificiren und ist dabei immer
darauf zu achten, ob nicht durch die sich
hierdurch bildenden Verbindungen die physi
schen oder chemischen Eigenschaften der
übrigen Bestandtheile der Arznei in einer
Weise alterirt werden, dass dadurch die
eigentlich beabsichtigte Wirkung des Ganzen
gesteigert, vermindert, verschoben oder gar
aufgehoben werde. Um nach dieser Richtung
keine Verstösse zu begehen, ist eine gründ
liche Kenntniss, insbesondere des chemischen
Verhaltens der Arzneimittel unumgänglich

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