Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN671000462/624/
schlusslaute oder Explosivae, b, p, d,
t (dt, th), g, k; sie sind das Erzeugniss der
Sprengung einer abgeschlossenen Canalstelle
durch die hindurchgepresste Luft, und zwar
das b und p die einer solchen des Lippenver
schlusses, das d und t (dt, th) einer solchen
des mittleren, a, g und k einer solchen des
hinteren Mundverschlusses. So erlangt man
nach den verschiedenen Oertlichkeiten der
Entstehung des Consonanten ein neues Ein-
theilungsprincip, Consonanten der 1., 2., 3.
und 4. Articulationsstelle, wobei indessen
nicht übersehen werden darf, dass eine ab
solut strenge Trennung auch in dieser Hin
sicht nicht möglich ist; vielmehr fordert bei
einzelnen Consonanten die eine Form der
Aussprache die geeignete Einstellung eines
anderen Mundverschlusses als die andere Form.
Zusammengesetzte Consonanten, wie sch, tsch,
tz, ts, ps, ks — x, entstehen endlich durch
gleichzeitige Einstellung der Mundtheile für
mehrere, d. s. die in der Composition gemein
sam enthaltenen Consonanten. Sussdorf.
Stallsperre wird gewöhnlich bei Seuchen
mit einem fixen Contagium, wie bei Milz
brand, Rotz, Tuberculose, Räude, etc. ange
ordnet, um die benachbarten Höfe oder bei
gemeinsamem Weidegange die gemeinsamen
Heerden Vor Ansteckung zu schützen. Stall
sperre kann aber auch angeordnet werden,
wenn ein gemeinsamer Weideplatz inficirt
worden, oder wo die Infection einzelner Stücke
einer gemeinsamen Heerde angenommen werden
muss, um die noch nicht inficirten Stücke zu
retten und die Seuche auf einzelne Ställe zu
beschränken und schnelle Tilgung durch
Isolirung oder Keulung der Kranken auszu
führen. Semmer.
Starke. Benennung für die junge in das
zweite Jahr tretende Kuh, welche noch nicht
gekalbt hat. Koch.
Süsswerden der Kartoffeln, s. Unterküh
lung und Gefrorenes Futter.
Suspen8orium(vonsuspendere,aufhängen),
Tragbinde, Tragbeutel; ein Mittel zum In-
diehöhehalten vergrößerter, geschwollener,
herabhängender weicher Körpertheile. Je
nachdem, für welche Körpertheile die Suspen
sorien gebraucht werden, sind dieselben nicht
selten etwas verschieden construirt. Gewöhn
lich unterscheidet man ein Susp. praeputii,
ein Susp. penis, ein Susp. scroti, ein Susp.
uberis. Man verwendet dazu meistens ein drei-
oder vierzipfeliges Tuch (Wachstuch, Leder
tuch, Leinen und dergl.) von entsprechender
Grösse mit an den Zipfeln angebrachten starken,
leinenen Bändern, damit die betreffenden
Theile, die auf dem Tuche liegen, hinaufge
hoben werden können. Bei den dreizipfeligen
Tüchern (Suspensorien) sind am mittleren
Zipfel zwei Bänder angenäht, welche nach
hinten und oben, den Schweif zwischen sich
lassend, gehen; die seitlich angebrachten
Bänder werden jederseits am Bauche herauf
gezogen und alle vier Bänder auf dem Rücken
zusammengebunden. Pflug.
Taplacken, in Preussen, Ostpreussen,
Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Wehlau,

liegt am Pregel, 12 km nordöstlich von
Wehlau und 8 km fast nördlich von Pitsch-
dorf, Station der königlichen Ostbahn (Königs
berg-Insterburg). Im Ort zweigt sich die nach
Insterburg und Gumbinnen führende Chaussöe
von der Königsberg-Tilsiter ab.
Die Gegend ist hügelig, wald- und wiesen
reich. Der Boden ist fruchtbar und besteht
aus sandigem Lehm und Kiessand.
Taplacken ist eine königliche Domäne,
deren Pächter jetzt die bereits im Jahre 1376
erbaute Ordensburg bewohnt, nachdem die
selbe im vorigen Jahrhundert niederbrannte
und dem gegenwärtigen Zwecke entsprechend
wieder hergerichtet wurde.
Schon frühzeitig wurde hier umfänglichere
Pferdezucht betrieben, für welche ein ehemaliger
Pächter, der Ober
amtmann Stabenow,
das in Fig. 2279
wiedergegebene Ge
stütbrandzeichen be
nützte. Die von ihm
gezogenen Pferde
waren hauptsächlich
für Militärzwecke be
stimmt. Auch der
Fig. 2279. Gesttttbrandzeichen gegenwärtige Päch-
fttr Taplacken. ter, Oberamtmann
Schmidtke, treibt
noch einige Pferdezucht, besonders aber Vieh
zucht, die durch den vorhandenen Wiesen
reichthum begünstigt wird. Grassmann.
Tarputschen, in Preussen, Ostpreussen,
Regierungsbezirk Gumbinnen, liegt 11km
östlich von Bokellen, Station der Insterburg-
Thorner Eisenbahn.
Tarputschen ist ein v. Saucken’sches
Gut, auf dem ehemals von dem Besitzer ein
werthvolles Gestüt unterhalten wurde. Es
befand sich in so gutem Stande, dass es
schon im Jahre 1824 in Gemeinschaft mit
dem von Fahrenheid’schen Gestüt zu Angerapp,
mit dem es in enger Verbindung stand, den
Grundstamm für das derzeit errichtete Gestüt
zu Julienfelde (s. d.) abgeben konnte.
In der Hauptsache wurde in Tarputschen
das arabische Blut gepflegt, das hier auch
in Reinzucht gehalten wurde.
Wie mit Angerapp, so fand auch ein
reger Verkehr mit dem Brandes’schen Gestüt
zu Althof-Insterburg statt. Es trat daher wie
für dies, auch für Tarputschen eine neue Aera
ein, als im Jahre 1844 diese drei Gestüte
sich in den gemeinschaftlichen Besitz der
beiden vorzüglichen orientalischen Hengste
Basra und Zariff setzten. Ersterer war ein
Fliegenschimmel, der in Nedjed gezogen und
von dem Fürsten Pückler-Muskau in Damas-
cus aus einer von Mekka heimkehrenden
Karawane gekauft war. Zariff, auch Schimmel,
war gleichfalls vom Fürsten Pückler-Muskau
angekauft, und zwar als Jährling in der
Wüste Hama vom Stamme Ruwalla. Er wird
uns als ein ausgezeichnet schöner weisser
Hengst geschildert, der aber wohl nicht so
edel wie Basra war. Letzterer soll eines der

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66