Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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besten und edelsten arabischen Pferde ge
wesen sein, die je nach Europa kamen.
Die von diesen beiden Hengsten erzeugten
Fohlen waren ebenso schön und vorzüglich
wie ihre Väter, Basra’s Nachkommen aber
noch muskulöser als diejenigen des Zariff,
die sie auch an Energie und Gonstanz über
trafen.
Viele der hier gezüchteten Pferde gingen
daher in die Privatgestüte der Provinz; so
besassen z. B. die Gestüte zu Doristhal, Nor
denthal u.s.w. aus Tarput-
schen stammende Pferde.
Ende der Sechziger-
jähre (1868?) aber wurde f
das Gestüt aufgelöst und
verkauft. Ein Theil des
werthvollen Zuchtmaterials
ging dabei in das Hill- MM M
mann’sche Gestüt zu Nor-
denthal über. JL
Der letzte Gestütsbe- Fig 22g0 . Gestüt _
sitzer Tarputschens, der brandzeichen für Tar-
LandesdirectorKurt v. Sau- patschen,
cken, starb im Jahre 1890.
Das für das Gestüt benutzte Brandzeichen
ist in Fig. 2280 wiedergegeben. Grassmann.
Tatern ist eine wenig gebräuchliche Be
zeichnung für das Jüngermachen der Pferde
an den Zähnen, das man gewöhnlicher
malauchen, mallochen oder gitschen, auch
jüdschen nennt (s. malauchen). Grassmann.
Taubenaugen nennt man in exterieuristi-
scher Beziehung die Augen der Thiere, be
sonders der Pferde, deren Augenlider mit
gesprenkelter Haarfärbung versehen sind.
Grassmann.
Taubheit bei Pferden und Hunden ge
hört nicht zu den eigentlichen Gewährs-
mängeln, beeinträchtigt aber einigermassen
den Gebrauch derselben und wird bei Pferden
wohl auch mit Dummkoller verwechselt.
Taube Thiere zeigen ein ungeregeltes Ohren
spiel, reagiren nicht auf den Zuruf und
Geräusche in ihrer Nähe und bleiben unbe
weglich beim Klatschen mit der Peitsche
hinter ihnen und beim Abfeuern von Pis
tolen in nächster Nähe. Bei Jagdhunden
beeinträchtigt die Taubheit den Gebrauch
der Thiere und setzt ihren Werth sehr
herab. Semmer.
Taus, in Böhmen, liegt in der Bezirks
hauptmannschaft gleichen Namens. Hier be
steht der Döpötposten Nr. 7 des k. k. Staats-
hengstenddpöt zu Prag. Während der Posten
im Jahre 1889 im Ganzen 33 Hengste zählte,
waren im Jahre 1891 dort nur 22 Hengste
vorhanden, welche auf sieben Beschälstationen
vertheilt waren.
Bezüglich der Abstammung waren von
den Hengsten 4 englische Vollblüter, 8 eben
solche Halbblüter, 3 Norfolker, 2 orientalische
Halbblüter, 1 Lippizaner, 3 Normänner des
Noniusstammes und 1 Ardenner. Fünf von
ihnen waren im k. k. Staatsgestüt Radautz
gezogen, acht aus den Fohlenhöfen ent
nommen, sechs im Inlande und drei im Aus-
lande an gekauft. Das Deckgeld der Hengste

beträgt mit Ausnahme eines Hengstes, für
den es auf drei Gulden festgesetzt, für jeden
derselben zwei Gulden.
Die Leitung des Postens führt ein Ritt
meister, der zunächst dem Staatshengsten-
ddpöt zu Prag (s. d.) unterstellt ist. Gn.
Textur, s. Aggregate.
Thallom, Thallus. Der vegetative Theil
der meisten Pilze und Algen, der die Nah
rungsaufnahme und die Erzeugung der Ver-
mehrungs- und Fortpflanzungszellen dieser
Pflanzen vermittelt. Der Thallus ist meist
fädig, aus isolirten oder locker verwebten,
spinnengewebeartigen Hyphen bestehend. So
bei den Schimmel- und den meisten höheren
Pilzen. Er bildet mehr oder weniger derbe
Stränge von wurzelartigem Aussehen, sog.
Rhizomorphen, z. B. bei Agaricus melleus.
Filzige und lappige Thallome kommen vor beim
Hundsschwamm, Merulius lacrymans, welche
hier zuweilen auch derbe, fingerdicke Stränge
mit siebartigen Gelassen bilden. — Durch sehr
dichte Verschlingungen der Hyphen des
Mycels können infolge vollkommener Verklebung
und Verschmelzung der Hyphen parenchym
ähnliche, harte Scheingewebe entstehen, wie in
den Dauer- oder Hartmycelien, Sclerotien, z. B.
bei Claviceps purpurea, dessen Sclerotien als
„Mutterkorn“ medicinische Anwendung finden.
Die sclerotischen Mycelien sind hart, oft von
samenähnlichem Aussehen; sie vermögen ähn
lich den Pflanzensamen lange Zeit zu ruhen,
um schliesslich unter geeigneten günstigen
Verhältnissen wieder zu neuem Leben zu er
wachen.
Einige Mycelien phosphoresciren; so die
von Agaricus melleus, Agaricus olearius u. a.
Alle Spalt- und Hefepilze (sowie manche
höhere Pilze) entbehren des Myceliums, indem
bei ihnen alle Zellen m. w. unter sich gleich-
werthig sind. Harz.
Thebaische Ziege (Hircus Thebaicus Fitz).
Hartmann nennt die in Aegypten vorkommende
Ziege mit sehr stark gewölbtem Nasenrücken
Capra hircus thebaica und die mit schwach
gewölbtem Nasenrücken ausgestattete Art
Capra hircus aegyptiaca. Uebergänge, d. h.
Kreuzungsproducte zwischen beiden Arten
sollen in Aegypten und Nubien häufig vor
kommen.
Fitzinger beschreibt die thebaische Ziege
(s. unter Türkische Viehzucht Fig. 2217)
als hochbeinig, kleinköpfig und missgestaltet.
Der überaus stark .gewölbte Nasenrücken der
Böcke verleiht den Thieren ein sehr hässliches
Aussehen. Ihr Unterkiefer überragt den Ober
kiefer derartig, dass die Vorderzähne des
Unterkiefers blossgelegt erscheinen und nicht
von der Oberlippe bedeckt sind. Die Nasen
löcher sind schmal und langgezogen und
liegen oberhalb der Oberlippe an der ausge
höhlten Schnauzenspitze.
Ihre Augen sind verhältnissmässig klein,
die Ohren aber sehr lang. In der Regel sind
beide Geschlechter ungehörnt; nur vereinzelt
kommen Ziegen dieser Art mit kleinen dünnen
Hörnern vor, deren Spitzen stumpf sind.
Ihr Hals ist lang und die schlaffe Haut

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