Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN671000462/638/
lung zu St. Petersburg im Jahre 1891 von
der Hauptverwaltung des Reichsgestütwesens
in Anerkennung der Leistungen auf dem Ge
biete der Züchtung und Veredlung des kleinen
landwirtschaftlichen Pferdeschlages die grosse
silberne Medaille.

Torula Pers. Rosenkranz-, Paternoster
schimmel. Kleine Schimmelpilze mit kriechen
dem, verzweigtem und septirtem Mycel, aus
dem sich kurze, strauchartig verzweigte
Hyphen erheben, die an den Enden und seit
lich Ketten kugeliger Sporen tragen. Die
Anwendung der Bezeichnung Torula für Spalt-
und andere Pilze ist nicht gestattet. — Vgl.
Schimmelpilze. Hart.
Totalisator, auch Totalisateur genannt,
ist eine auf den Rennplätzen gebräuchliche
Wetteinrichtung, durch welche die von den
Betheiligten gewetteten Beträge an die Ge
winner nach Verhältniss ihrer Einzahlungen
zur Verteilung gelangen.
Der Totalisator gestattet Jedermann, auf
ein oder mehrere Pferde eines Rennens als
den Sieger zu wetten. Er zahlt den ein- oder
mehrfachen Betrag des auf der Bahn u. s. w.
eingeführten Einheitssatzes auf den, bezw. die
von ihm gemuthmassten Sieger und erhält
dafür das Ticket (s. d.) als Legitimation,
Quittung seiner Einzahlung. Der Einheitssatz
beläuft sich z. B. in Deutschland zumeist auf
10 Mark, in Oesterreich-Ungarn auf 5 Gulden,
in Frankreich stellenweise sogar auf nur
1 Franc. Die Zahlung des etwaigen Gewinnes
geschieht nur gegen Rückgabe des Ticket.
Den auf solches zahlbaren Betrag nennt man
Quote (s. d.). Die Berechnung der Quote
geschieht, indem zunächst von dem gesummten
für jedes Rennen zur Einzahlung gelangten
Betrag vorweg ein bestimmter Procentsatz,
z. B. in Deutschland 6%, in Oesterreich-Un
garn 5%, zu Gunsten der Totalisator-Gasse
in Abzug gebracht wird. Dann wird der Rest
durch die Anzahl der auf den Sieger gemachten
Einsätze getheilt, in der Weise, dass Bruch
theile der Einheitsmünze unberücksichtigt

bleiben. Diese Bruchtheile verfallen ebenfalls
zu Gunsten der Gasse.
Zur Verdeutlichung mag folgendes Bei
spiel dienen: Am Rennen Nr. 2 des Pro
gramms beteiligen sich 4 Pferde: Nr. 1, 2,
3 und 7. Beim Schluss der Gasse, der mit
dem dritten Glockenzeichen, d. h. dem Augen
blicke erfolgt, in welchem die Pferde vom
Starter entlassen sind, in dem das Rennen
seinen Anfang nimmt, sind im Ganzen
1030 Mark zur Einzahlung gelangt, und
zwar auf Pferd Nr. 1 650 Mark,
„ >, 2 60 ,,
., 5 250 „
„ r 7 90 „
zusammen. .1050 Mark. Hiervon
kommen für das Unternehmen 6 % — 63 Mark
in Abzug. Es bleiben somit 987 Mark zur
Verteilung. Gesetzt, Pferd Nr. 2 hat ge
wonnen, das mit 60 Mark gewettet ist, d. h.
sechsmal mit dem Einheitssatz von 10 Mark,
wobei auch ein Theilnehmer den ganzen
Betrag gesetzt haben kann, so ist die Quote
6:987 Mark = 164 Mark. Der Rest von
3 Mark Hiesst als unteilbar zu einer vollen
Münzeinheit zur Gasse. In diesem Falle
würden also für gewettete je 10 Mark 164 Mark
zur Auszahlung gelangen. Würde aber Pferd
Nr. 5 gewonnen haben, so würde die Quote
nur 39 Mark betragen — 25 : 987 Mark —
39 Mark, Rest 12 Mark — und 12 Mark als Rest
der Gasse verbleiben. Hieraus ergibt sich für
den Wettenden der Nachtheil des Totalisators,
denn je höher der Sieger gewettet ist, desto
kleiner wird die Quote. Es kann sich daher
ereignen, dass, trotzdem auf den Sieger gewettet
war, die Quote geringer als der Einsatz wird.
War andererseits der Sieger gering gewettet,
so wird die Quote gross, war er gar nicht
genommen, so verbleiben, da kein Gewinner
vorhanden ist, alle Einsätze der Gasse. Um
bei Berechnung der Quote das Unterlaufen
von Versehen zu vermeiden, sind hierzu im
voraus aufgestellte Tabellen in Gebrauch.
Auf grösseren Bahnen wird ein besonderer
Totalisator-Apparat in Benützung genommen.
Derselbe zeigt den Stand der Wetten an und
dazu die Nummer des Rennens, für welches
der Apparat in Thätigkeit gesetzt ist, den
Betrag, für welches jedes der im Rennen
startenden Pferde genommen, und die Ge-
sammtsumme, die für das Rennen in den
Wetten eingezahlt ist. Für das obige Beispiel
würde die Wettmaschine anzeigen: H., nämlich
Rennen Nr. 2, für Pferd Nr. 1 650 Mark,
Pferd Nr. 2 60 Mark, Pferd Nr. 5 250 Mark,
Pferd Nr. 7 90 Mark und die Gesammtsumme
1050 Mark.
Die Bedienung des Apparates geschieht
für jedes Pferd und hinsichtlich der Gesammt
summe durch den Druck auf einem Knopf.
Bei jedem Druck springt an der betreffenden
Stelle eine um den Einheitssatz des Ticket
höhere Zahl hervor. Durch diesen Apparat
kann man sich also jederzeit über den Ver
lauf, sowie den schliesslichen Stand der Wetten
unterrichten.

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66