Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Messenger-Familie, sind auch die Hamble-
tönians uberbaut, d.h. ihre Kruppe ist höher als
ihr Widerrist. Dieser Schönheitsfehler ist vielen,
durch Schnelligkeit ausgezeichneten Thieren
eigenthümlich. Zu den Eigenschaften, die fast
allen nordamerikanischen Trabern zukommen,
gehören die schräg- und festliegenden, muskel-
kräftigen Schultern, sowie die festen und
breiten Hufe. Der Kopf der nordamerikanischen
Traber ist durchschnittlich keineswegs fein
und edel. Man findet bei ihnen häufig schwere
und plumpe Köpfe, selbst Ramsnasen, und

gemeinsame Kennzeichen der nordamerika-
nischen Traber, als besondere Pferderasse,
lassen sich nicht geltend machen. Mit der
Kennzeichnung der nordamerikanischen Traber
als englische Halbblutzucht ist gar nichts
gesagt. Weit eher lässt sich geltend machen,
dass die nordamerikanischen Traber ihre Kör-
perform der planmässigen Uebung im Traben,
als der englischen Vollblutzucht verdanken,
Als Muster dieser Körperform mögen die
Abbildungen der beiden bisherigen Traber-
königinnen, Maud 8. und Sunol, dienen, die

Fig. 2285. Nordamerikanische Traberstute „Maud S.“ Record 2 Min. 8*/* 8ec. d. engl. Meile — 1 Min. 20 Sec.

d. Km. (Photographie.)

gerade die Nachkommen von Rysdyk’s Hamble-
tonian lassen an Adel des Kopfes viel zu
wünschen übrig. Dagegen sind diese Nach-
kommen ausgezeichnet durch grosse kluge
Augen, sowie durch Gutmüthigkeit und Lenk-
samkeit, die die Folgen einer ruhigen und
thierfreundlichen Behandlung sind. Diese
Behandlung ist eine hervorragende Eigen-
schaft aller Nordamerikaner, die mit Haus-
thieren zu thun haben. In dieser Beziehung
werden die Nordamerikaner kaum von den
Schweizern übertreffen.

Man kann unter den beiden gegenwärtig
herrschenden Traberfamilien, den fiambleto-
nians und den Mambrino Chiefs, wohl gemein-
same Familieneigenschaften feststellen, aber

in Fig. 2283 und Fig. 2286 dargestellt sind.
Beide Stuten zeigen sowohl eine gewisse
Familienähnlichkeit (da sie beide Enkelinnen
von Rysdyk’s Hambletonian sind), wie eine
gewisse, durch Uebung bedingte Ueberein-
stimmung in den Körperformen. Nur über-
trifft Maud 8. (Fig. 2283), trotz ihrer Hoch-
beinigkeit, ihre Widerristhöhe noch durch
ihre Rumpf länge, während Sunol (Fig. 2286)
etwas kürzer im Rumpf ist, der hinter der
Widerristhöhe etwas zurückbleibt. Auffallend
bei beiden Traberstuten ist die viel kräftigere
Muskelentwicklung an der Schulter als am
Hinterschenkel, der fast flach erscheint und
ein kameelartiges Ansehen hat.

In den nordamerikanischen Trabergestüten

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