Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Dieser aber wurde wieder sehr bald von
Palo Alto mit 2 : 8 3 / t geschlagen, so dass
dieser Champion wurde. Palo Alto ist im
gleichnamigen Gestüt seines Besitzers, des
Senators Stanford, gezogen. Er ging aber
schon 1892 ein, nachdem er nur ein Jahr
im Gestüt Vaterdienste versehen hatte.
Die übrigen Records sind, u. zw. galten
als Weltrecords: für Jährlinge 2 : 26%, von
Bell Bird in Stockton erzielt; für Zweijährige
2 : 15%, welches Arion erzielte; für Dreijäh
rige 2 : 10%, das des Astell und der Sunol;
für Vierjährige 2 : 10%, das der Sunol und
für Fünfjährige 2 : 8%, ebenfalls von Sunol
gezeitigt. Bell Bird und Arion entstammen
wie Sunol dem californischen Gestüt zu
Palo Alto.
Bezüglich des Trabersports Russlands
erzählen alte Ueberlieferungen, dass bereits
um das Jahr 1790 auf dem Eise der Newa
Trabrennen abgehalten wurden. Der eigent
liche Trabersport entstammt aber erst, wie
schon erwähnt, aus der Zeit des Grafen
Alexis Orlow. Seit jener Zeit ist auch in
Russland eine wesentliche Verbesserung der
Schnelligkeit eingetreten. Von Graf Orlow’s
Trabern sind Katok und Potiechnyi mehrfach
genannt, da sie viele Jahre und unbesiegt
auf dem Eise der Newa erschienen.
Spätere beste Records erzielten auf der
Winterbahn von 3 Werst im Jahre
1869 Tabor 8 : 21
1879 Perets 5 : 14%
1882 Naretschick 5:11
1883 Zinnia 5 : 8%
1884 Groznyi Liobimets 5 : 6%
1884 Zinnia 8 : 4%
1884 Polkäre 8 :4%.
Nach Deutschland wurde der Trabersport
von Russland aus verpflanzt. Von hier bezog
es in den Siebenziger Jahren auch seine
ersten Traber. Die erste Renntraberstute, die
in Berlin auftrat, war die Baufeld’sche Mar
garethe, eine andere Russin war Ethelka,
eine Stute des Prince-Smith. Am 16. Juni
1878 wurde die erste Trabrennbahn, u. zw.
diejenige zu Weissensee, welche dem Berliner
Traber-Club gehörte, eröffnet. Die ersten
besseren Pferde auf deutschen Bahnen waren
Tiger, Nagard und Ethelka, drei importirte
Russen. Bald gewann der Trabersport auch
in Hamburg Boden. Im Jahre 1882 wurden
in Weissensee bereits 28 Rennen abgehalten,
in denen 32 verschiedene Pferde 141mal an
den Ablauf gingen
In Oesterreich war man dem Trabersport
schon früher näher getreten und so konnte
von dort in den ersten Jahren des Traber
sports in Deutschland ein bemerkenswerthes
Pferd, „Zobel“, abgegeben werden.
Die besten Kilometerzeiten, welche von
den auf den Bahnen Deutschlands und Oester
reich-Ungarns gestarteten Pferde erzielt wur
den, sind aus dem letzten abgeschlossenen
Rennjahre, 1891, in Wien von Bosque Ronita
v. Masey’s Hambletonian oder Luisse W. mit
1:25'7, Mollie Wilkes v. Young, Jim a. d.

Augusta mit 1: 26 3, Kensett F. v. Kenset
a. d. Dolly mit 1: 29 09 gezeitigt.
Was nun den Zweck des Trabersports
und der Trabrennen betrifft, so beruht der
selbe, wie bei den übrigen Rennen, in der
Prüfung der Pferde, um dadurch geeignete
Thiere zur Verbesserung der Landespferde
zucht, namentlich zur Erzielung schneller und
ausdauernder Wagenpferde zu erhalten. Im
Ganzen sind aber die Traber der modernen
Zucht, also die sog. Recordtraber infolge
ihrer körperlichen Mängel nicht wohl zur
Verbesserung der Landeszuchten geeignet,
so dass die Zucht der Traber bis jetzt fast nur
Sportsache geblieben ist. Dieselbe findet da
her, wo nicht der Naturtraber besteht, wenig
staatliche Unterstützung. Die für Traber
rennen ausgesetzten Preise sind infolge der
ganzen Sachlage im Allgemeinen weit nied
riger als diejenigen anderer Rennen. Die
Traberclubs sind mehr auf Selbsthilfe ange
wiesen. Der Trabersport und die Traberzucht
wird erst von eingreifender Wirkung auf die
Landespferdezucht werden, wenn man anfängt,
nicht allein der Schnelligkeit, sondern auch
dem Gebäude der Pferde mehr Gewicht bei
zulegen. Man hat daher in neuester Zeit in
Deutschland angefangen, geeignete Pferde
der Landeszucht für den Trabersport zu ver
wenden.
Die Ausübung des Trabersports ist ver
schieden. Die Rennen werden in der Weise
abgehalten, dass die Pferde entweder unter
dem Sattel oder im Wagen, dem Sulky (s. d.)
gehen. Letzte Art ist die gebräuchlichere.
Das Sulky hat in neuester Zeit eine wesent
liche Verbesserung dadurch erfahren, dass
die Räder mit Reifen versehen sind, die aus
mit Luft gefüllten Gummischläuchen bestehen.
Statt des Sulky hat man bis jetzt aber nur
noch versuchsweise ein Vehikel eingeführt,
das eigentlich nur aus zwei hohen Rädern be
steht, zwischen denen das Pferd läuft. Gn.
Trachenberg, in Preussen, Regierungs
bezirk Breslau, Kreis Militsch, Station der
Breslau-Posener Eisenbahn, liegt zwischen
einem Arme der Bartsch und der in mehre
ren Canälen durch die Stadt Trachenberg
fliessenden, unterhalb derselben in die Bartsch
mündenden Schätzka. Die Gegend ist eben,
wasser- und waldreich und besitzt ausgedehnte
Wiesen. Der Boden ist ertragreich.
Trachenberg ist der Hauptort des gleich
namigen Mediat - Fürstenthums. Bereits im
Jahre 1283 wurde der Ort vom Herzog Hein
rich III. von Breslau zur Stadt erhoben. Die
1494 errichtete freie Standesherrschaft kam
1641 an die Grafen Hatzfeld und wurde 1742
in ein Fürstenthum umgewandelt.
Die auf der Herrschaft von den Fürsten
Hatzfeld-Trachenberg betriebene Viehzucht,
und zwar sowohl an Rindvieh, als auch an
Schafen ist recht umfänglich, ebenso die dort
bestehende Karpfenzucht. Die Pferdezucht
ist verhältnissmässig gering. Auf dem Gute
Schmiegrode stehen eine Vollblut- und eine
edle Halbblutstute, welche alljährlich nach
Bielau gehen, um dort von dem bedeutenden

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