Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
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demnach auch vor allen die Gebilde der Bewegung krank mache. Pferde
und Rinder, die mit zu viel oder zu großem Kraftaufwande bewegt
werden, so zwar, daß ihnen dabey die Zeit zur Aufnahme der Futter
stoffe und zur gehörigen Umwandlung durch Wiederkäuen, Verdauung,
Wiederersatz u. s. f. gegönnt wird, bringen ihr Leben zwar einige Zeit
jedoch nur bey kümmerlicher Gesundheit und nur so lange fort, bis der
Unbilden zu viel werden, und sie in Krankheiten verfallen, welchen sie
auch gewöhnlich erliegen.
H. 87. Im freyen Zustande hat die Natur den Thieren nur so viel
Kraft verliehen, als zur Herbeyschaffung des Futters, zur leichten Fort
bewegung ihres Körpers, und allenfalls zur Vertheidigung gegen feind
liche Anfälle u. s. w. nothwendig ist, die sie auch unter dem günstigen
Einflüsse der Lebensbedingungen hinreichend erlangen. Im unterjoch
ten Zustande aber werden , im Falle nicht eine besondere Pflege
eintritt, wozu vorzüglich! eine kräftige Fütterung nebst schicklichen Vor
richtungen, damit die Kräfte vortheilhafter verwendet werden, diese
kaum hinreichen, um obigen Forderungen in der Kraftausüdung zu ent
sprechen. Indessen gibt es jedoch auch Verhältnisse, welche es noth
wendig machen, das Uebermaß von bewegenden Kräften zu entfer
nen, durch die Hervorrufung des bildenden Lebens sie mehr zurück zu
drängen, und gleichzeitig auch den eigenen Willen des Thieres durch
Unterdrückung der Empfindung mehr oder weniger zu beschränken. Es
gibt aber auch Fälle, wo es nothwendig wird, die bildende Thätigkeit in so
fern zu beschränken, damit sie nicht über die angemessene Gränze wu
chere, und dadurch nicht nur die kräftige Bewegung, sondern auch eine
gehörige Empfindung erdrücke. Thiere, die zu viel Nahrungsstoffe erhal
len, und die bey zu geringen Verdauungskräften in die thierische Ma
terie nicht gleichförmig und vollständig umgewandelt werden, werden sich
nicht nur kraftlos, sondern auch ohne Lebhaftigkeit und Feuer beneh
men. Die Bewegung, welche gemästete Thiere ausüben, ist unausgie
big, von keiner Dauer, ohne Schnelligkeit, und somit sowohl quanti
tativ als auch qualitativ mangelhaft-
Es ist nun gezeigt worden, wie es möglich wird, die eine oder die an
dere Seite des Lebens vorwaltender, und so für unsere Bedürfnisse ver
wendbarer hervorzuheben: es hat sich dabey auch ergeben, daß jederzeit
mit dem Emporheben der einen Lebensthätigkeit die andere zurückge
drängt werden müsse, und daß, im Falle man eine wuchernde Bildung
beabsichtige, die Bewegung und Empfindung zu beschränken sey, und
dort, wo es sich um eine kräftige, anhaltende, schnellere, folgsamere,
oft auch zierlichere Bewegung zu thun ist, die Thiere nicht übermäßig
gefüttert werden dürfen, und in den Futterstoffen, die in einem gehöri
gen Maße gereicht werden, nicht mehr Nahrungsgehalt seyn darf, als
es gerade zum Wiederersatz des Verlorengegangenen nothwendig ist.
§. 38. Nebst den beyden oben berücksichtigten Lebensäußerungen

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