Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/24/
durch Wiedererzeugung verloren gegangener oder verdorbener
Substanz, bei Knochenbrüchen durch Erzeugung der Knochenma
terie und Vereinigung der gebrochenen Knochenenden, durch Ein
schließungen krankhafter Gebilde mittels neuer Membranen; aber
auch diese Wiedererzeugung und Veränderungen können nur
nach vorhergegangener Entzündung Statt haben, welche durch
die materielle Erregung des Theiles bewirkt wurde. —
§. 16. Den höchsten Grad, den die Krankheit hat, und
in dessen Folge irgend eine wesentliche Veränderung in dem
Körper oder seiner Krankheit hervorgeht, pflegt man Krisis
zu nennen; wenn dagegen die Krankheit in eine andere übergeht
oder solche bildet, wie z. B. nach dem Drusenfieber die soge
nannten kritischen Geschwülste und Abscesse, oder wenn sie an
einem andern Theile, unter einer andern bessern Gestalt, zum
Vorscheiu kommt, so pflegt man dieses eine metastatische Na
turhülfe (Metastasis) zu nennen; verändert die Krankheit indes
sen nur ihre Form, entsteht z. B. aus einem Entzündungsfieber
ein langwieriges mit Fieber verbundenes Leiden, so Pflegt man
dies Verhältniß Metaschematismus zu nennen. Diese letz
ter» Erklärungen gehören der allgemeinen Pathologie an, sie
dürften aber wohl für das Folgende erläuternd sein. —
H. 17. Der Thierarzt, dem die Pflicht obliegt, kranke
Thiere ärztlich zu behandeln und zu heilen, hat bei seinem Ge
schäfte manche wichtige Gegenstände zu berücksichtigen. Dieses
sein Geschäft nennt man kuriren, welches so viel heißt als:
Sorge tragen, daß durch seine Anordnungen und Verordnungen
solche Veränderungen in dem kranken thierischen Körper hervor
gebracht werden, durch welche der gesunde Zustand wieder her
gestellt werden kann. Die Art und Weise dieser An- und Ver
ordnungen und den Plan, den er dabei befolgt, nennt man eine
Kur, einen Kurplan, eine Kur- oder Heilmethode.
§. 18. Bevor sich der Thierarzt einen Kurplan macht,
hat derselbe, wie oben ($. 12.) schon angeführt worden ist, zu
erwägen:
1) Die Gattung, welcher das kranke Thiet angehört.
Es ist nicht gleichgültig, welcher Gattung das kranke Thier
angehört, denn das Pferd ist seinem Baue und der ganzen Na
tur und Organisation nach wesentlich von dem Rinde, Schafe
und Schweine verschieden; die Krankheiten erhalten eben durch
diese Verschiedenheiten des Baues und durch die Natur des gan-

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