Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/522/
thigen Gelatina fehlte, wodurch er seine Elastizität und Wider
standskraft hat; er ist spröde, fleckig, zuweilen aufgetrieben, und
das Mark in ihm ist dünnflüssig, grau- oder schmutziggelb; auch
findet man an noch nicht gebrochenen Knochen quere oder schräge
Streifen, wo wahrscheinlich ein Bruch entstanden sein würde.
Die Gelenkfeuchtigkeit wurde schmierig, und das Fett im Kör
per sülzig befunden. —

Viertes Kapitel.
Von der Drehkrankheit der Schafe. (Das Drehen,
Drehsucht, Dummheit, Ringelichtwerden, Que-
sichtwerden, Irregehen, Segeln u. s. w.
(Hydrocephalus hydatideus, Veith; sranz.: la Totirnie.)
§. 335. Es ist dieß eine der verderblichsten langwierigen
Krankheiten der Lämmer, welche der Schafzucht viel schadet. Sie
karakterisirt sich durch das Umgehen oder Drehen der Schafe
im Kreise mit Störung des Bewußtseins. Diese Bewegungen
haben ihren Grund hauptsächlich in einer Wasserblase (Hydatide,
welche in ihrer Membran außer wässeriger Flüssigkeit auch Wür
mer enthält), die sich in der Schädelhöhlc befindet, und durch
welche, mittels Druckes auf das Gehirn, jene kreisförmigen Be
wegungen veranlaßt werden. —
Die an dieser Krankheit leidenden Thiere heißen: Dreher,
Drehlinge, Umgeher, Taumler, Segler, Ringler,
Queseköpfe u. dgl.
§. 336. Die Drehkrankheit befällt die Lämmer am
häufigsten schon in ihrem ersten Lebensjahre (vom dritten, fünf
ten bis achtzehnten, zwanzigsten Monate), und rafft gerade in
diesem Alter die meisten von ihnen weg; es kann dieselbe in
dessen auch zwei- und dreijährige Schafe befallen, doch sind
diese Fälle schon seltener, so wie solche selten sind, daß Sauge
lämmer mit dieser ausgebildeten Krankheit angetroffen wer
den. —
§. 337. Ausgebildet ist diese Krankheit zu nennen,
wenn bei Thieren, die völlig drehen, nach ihrem Tode, jene
Wasserblase, oder Blasenwürmer (Coenurus cerebralis. Rud.)
in der Schädelhöhle gesunden werden. —

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