Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/383/
im Fall der Appetit gesunken ist, es mit Wachholder - oder Hollundernuß,
oder auch nur mit Mehl und Wasser zur Latwerge oder Bissenmasse macht
und ihm hiervon zu vier und fünf Spatel voll, früh, Mittags und Abends
auf die Zunge streicht, oder in so vielen Bissen einsteckt und so, einen Tag
um den andern seinen Gebrauch aussetzend, bis zu der Besserung fortfährt.
3) Dampf - oder Schwadenbäder von Heusaamcn, um die kranke Reiz
barkeit und angehende chronische Entzündung in der Nasenschleimhaut zu
mindern und so die krankhafte Thätigkeit derselben aufzuheben, so wie da,
wo die Nasenhaut sehr blaß und entfärbt aussieht, auch wohl sich hin und
wieder kleine Geschwürchcn auf derselben zeigen, das Anhangen von Freß-
beuteln, die mit feiner Holzkohle angefüllt sind, sich sehr heilsam zeigt, denn
indem bei dem Einathmen eine Menge Kohlenstaub mir in die kleinsten Zel
len und Höhlen der Nase gezogen wird, wird ein neuer Reiz in der Schleim
haut erregt, der die chronische Empfindlichkeit aufhebt, ferner werden die
kleinen Geschwürchcn damit wie eingepudert, gereinigct und ausgetrocknet
und durch die chemische Wirkung der Holzkohle, die sich bei allen alten und
bösartigen Geschwüren so außerordentlich heilsam erweiset, und in der
ganzen Schleimhaut eine andere Stimmung, eine gesündere Reizbarkeit
hervorgebracht.
4) Erweisen sich hier die Schwefeldampfe, die sich bei der Vermischung
von Salpeter und Vitriolöl entwickeln, ganz vorzüglich heilsam. Man ver
fahrt dabei auf folgende Weise:
Nachdem man mehrere Unzen pulverisirtcn Salpeter auf ein irdenes
Gefäß, Tasse, Teller re., gebracht hat, übergießt man cs unter Umrühren
vermittelst eines Stückchens irdener Tabakspfeife, mir einer halb so großen
.Quantität Vitriolöl, worauf sich starke Schwcfeldämpfc entwickeln, die man
dem Pferde in die Nase ziehen läßt, indem man ihm eine wollene dicke Decke
über den Kopf und Hals hängt, unter welche man das dampfende Gefäß
hält. Wird es von den Dämpfen heftig zum Husten gereizt, so öffnet man
von Zeit zu Zeit die Decke, damit cs wieder frische Luft schöpfen kann. Je
öfterer diese Dämpfe angewendet werden können, je besser ist cs; wenigstens
muß es des Tages zwei- bis dreimal geschehen. Kaum hat man dieses Mit
tel einige Tage angewendet, als man auch schon die Nasenhaut belebter, bes
ser gcrothet, und die kleinen Geschwürchcn, wo nicht schon vernarbt, doch in
der Heilung begriffen finden wird. Zugleich wird dadurch die allgemeine chro
nische Entzündung in der Schleimhaut aufgehoben und durch dieses flüch
tige Reizmittel mehr ein rein entzündlicher Zustand derselben hervorgebracht;
so daß diese Dämpfe mit zu den vorzüglichsten Heilungsmitteln bei einer
verdächtigen, chronischen, und bösartigen Druse gehören.
5) Wirken folgende Einreibungen in die lymphatischen Knoten im Kcbl-
gange sehr zertheilend, obschon überhaupt die Anschwellung dieser Drüsen
mehr als eine Folge, wie als eine Ursache dieser Krankheit anzusehen ist und
daher nur in so fern mehr eine Beachtung verdient, als sie die Krankheit
anzeigt, aber nickt begründet.
Man nehme drei Unzen Merkurialsalbe mit Campher» eine Unze Ter
pentinöl, eine Unze Lorbccröl und ein Loth Hirschhorngcist, gemischt, mit
welcher Mischung man früh. Mittags und Abends die Drüsen reckt nach
drücklich einreibt und mit einer doppelt zusammengelegten wollenen Decke
einschlägt und warm hält.

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