Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/385/
deS Rotzes zu fürchten. Findet man nun noch krebsartige Geschwüre an der
inwendigen Nasenhaut, mit oder ohne Rinde oder Schorf, und fressen diese
um sich, und haben sie eine unebene Flache mit einem crhöheten Rande, so
giebt dieses zu erkennen, daß das Pferd wirklich rotzig sei.
Ueberhaupt ist schon ein jedes Pferd des Rotzes verdächtig, wenn sein
Nasenauswurf über 8 Wochen lang anhält, wenn die auswerfende Materie
um die Leffnung der Nasenlöcher sich anlegt, so daß sie solche gleichsam ver
klebt, und wenn einer oder mehrere harte und zugleich kugelförmige Drüsen
knoten sich in der Kinnladengrube befinden.
Ursachen. Man ist über die Ursachen, welche den Rotz veranlassen,
noch nicht aufs Reine. Manche geben eine Men^c Ursachen an, welche alle
diese übclartige Krankheit erzeugen sollen. Ware dem also, so müßte der
Rotz weit häufiger anzutreffen sein, als cs wirklich der Fall ist. Ich glaube,
daß der Stotz nur selten für sich entstehet, und daß er die »leisten Male durch
Ansteckung fortgepflanzt wird. Nur lang fortdauernder Genuß schlechter
Nahrungsmittel, große Strapazen, langwierige Eiterungen u. dgl. scheinen
mir den Rotz zu veranlassen. Lester noch als auf diese Art scheint er durch
Verschlimmerung der verdächtigen Druse zu entstehen. Auch ist bekannt,
daß häufig der Rotz sich zum Wurm gesellt, oder umgekehrt der Wurm zuni
Rotz, welches auf nahe Verwandtschaft schließen läßt.
Daß der Rotz ansteckend ist, kann nicht bezweifelt werden. Allein cs
lehrt die Erfahrung, daß er blos durch Bcrübrung und nickt durch die Aus
dünstung oder auf andere Weise ansteckt. Auf diese Art läßt sich cs erklären,
wie cs möglich ist, daß bisweilen ein rotziges Pferd zwischen gesunden Pfer
den stcbcn kann, ohne sie anzustecken. Bei alle dem ist cs doch immer bockst
»otbwcndig, mit rotzigen Pferden alle Vorsicht zu gebrauchen, damit sich
das Uebel nickt weiter verbreitet.
Dauer und Verlauf. Der Gang und die Dauer des Rotzes kann
sebr verschieden sein. Gewöhnlich zieht sich das Uebel in die Länge, und
wäbrt Monate und Jabrc, wobei das kranke Pferd oft scheinbar gesund und
munter ist. Nur wenn innere Entzündungen sich zum Rotz gesellen, tödtet
er in kurzer Zeit, oft in wenigen Tagen durch Brand. Bei langer Dauer
erfolgt der Tod durch Abzehrung oder Wassersucht.
Leffnung. Wenn ein Pferd am Rotz stirbt oder des Rotzes wegen
gctödtct wird, so findet man bei der Anfhaunng des Leibes mancherlei Zer
störungen im Innern. Das Gehirn ist gewöhnlich weicher, welker, und oft
mals findet sich Wasser in dessen Höhlen. Die Schlcimbaut der Nase ist
immer angegriffen und zerfressen und voller Geschwüre. Die Stirn- und
Kinnbackcnhöhlcn enthalten eine Menge Eiter. Oftmals finden sich auch
Eitersacke in den Lungen. Gewöhnlich ist aber die Lunge mit unzähligen
kleinen gricsartigen Knötchen angefüllt, welche ungefäbr die Größe eines
Stccknadclknopfs haben, und im Ganzen, wenn man mit der flachen^Hand
über die Lungen fäbrt, das Gcft'ibl erregen, als wäre die Lunge mit Schrot
körnchen angefüllt. Zuweilen findet man auch Knoten, Verhärtungen und
Wasserblasen in der Lunge. Die übrigen Eingeweide werden selten beim
Rotz verändert gefunden, es sei denn, daß die Krankheit schon sehr lange
gewahrt hat, wo dann auch die Leber, die Nieren u. s. f. ebenfalls vom
Vcrderbniß ergriffen sein könne».
Hei lung. Man hat sich bisher große Muhe gegeben, gegen diese ge-

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