Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/388/
der Fall ist und sich doch in der Folge wieder einstellt und das wirkliche Da
sein des Rotzes mit bestätiget. *)
2) In Anschwellung der lymphatischen Drüsen im Kehlgange, und zwar
legen diese sich gewöhnlich — jedoch nicht, wie man glaubt, allemal — scst
an die innere Flache des Unterkiefers, auf welcher Seite der Ausfluß ist, so
daß, wenn es dem Pferde aus dem rechten Nascnlochc gehet, sich auch der
angeschwollene Lnmphcnknoten auf derselben Seite befindet und sich gewöhn
lich fest an den Kieferknochen anlegt, und so umgekehrt, und findet der Aus
fluß aus beiden Nasenlöchern Statt, so findet man auch auf jeder Seite
eine» angeschwollenen Lymphenknoten, die sich ebenfalls wieder gewöhn
lich — doch nicht allemal, fest an jeder Seite des Kieferknochens anschließen.
Doch ist dieses Zeichen einer Menge Abweichungen unterworfen: so z. B.
findet man zu Zeiten fast gar keine, oder nur sehr wenige Anschwellung der
Lnmphcnknoten im Kcblgange und diese sind sehr leicht beweglich und legen
sich durchaus nicht auf die eine oder die andere Seite des Kiefers fest. Eben
so nehmen diese angeschwollenen Lnmphendrüfcn an der Größe bald ab, bald
zu, und diese Veränderung steht nach meiner Beobachtung mit der Ab- und
Zunahme des Mondes in Verbindung. Ferner ist cs eine Eigenthümlichkeit
der Drüscnknotcn in dem Kcblgange bei dem .Rotze, daß sie sich durck kein
Mittel in der Well so sehr entzünden lassen, das, sie in Eiterung übergingen,
und da, wo man sic daher von selbst, oder durch die Kunst herbeigeführt,
einen Absccß in dem Keblgangc bilden siehr, kann man mit aller Gewißheit
darauf rechnen, daß man cs nickt mit dein Rotze, sondern nur mit einer
bösartigen Druse zu thun hat. Ucbrigens muß ich hierbei noch anführen, daß:
:>) die angeschwollenen Drüscnknotcn in dem Kehlgange nur als Fol
gen, nickt als Ursachen des Rotzes betrachtet werden müssen, und es
daher ganz thöricht ist, wenn man durch ihre Herausreißnng oder
durch ihre Zerstörung mit dem Glüheiscn den Rotz zu heilen glaubt,
und daß ick
Ii) gefunden habe, daß alle angeschwollene Drüsen in dem Kehlgange,
besonders da, wo sic sick ganz lest an die eine oder die andere Seite
des Kiefers, wo auch allemal der Ausfluß stattfindet, angelegt hatten,
sobald der wirkliche Rotz zugegen war, eine» kleinen Einschnitt, eine
kleine Vertiefung, wie die zurückgebliebene Narbe von einer Wunde,
hatten, die fick bei aufmerksamer Beobachtung mit der Fingerspitze
leicht fühlen ließ, ob ick sckon keinen pbnfiologischcn und patholo
gischen Grund angeben kann, woher eigentlich diese Erscheinung ent
steht, und diese Beobachtung nur zur ferneren Prüfung anderen
Pferdcarzten vorlegen wollte.
'!) In chankröscn Geschwüren auf der Nascnschlcimhaut, die bald grö
ßere bald kleinere Pusteln bilden, wie die Kindcrblattcrn, mit keiner Harte
umgrenzt sind und sich wie eine roi'cnarlige Entzündung nur in der Ober
haut verbreiten, bald da, bald dort erscheinen und wo sie vergangen sind, un

*) Dieß ist oft die Ursache, daß man hier und da glaubt, man habe die bösartige
Druse — die man mit dem wirklichen Rohe, wie schon in dem Vorhergehen
den erwähnt wurde, so häufig verwechselt, — geheilt, da der Nasenfluß nach
gelassen, oder wohl ganz aufgehört hat, indessen sich dieser nur zu bald mit
allen Symptomen wieder einstellt und das Dasein des irirklichen Rotzes bezeichnet.

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