Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/474/
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Krankheiten des Nervensystems.

War die Lunge mit entzündet, wie cs so oft der Fall ist, so findet man
diese anfgetrieben, vom Blute strotzend und an einigen Stellen brandig, eben
so auch die Leber, vorzüglich wenn das Thier erst spater umstand, wenn der
faulige Zustand schon eingetreten war. Der Starrkrampf der Muskeln
dauert nach dem Tode fort, weshalb man den Hals, die Gliedmaßen ganz
steif, fest und ausgestreckt, ja wohl gar noch das todte Thier auf seinen vier
ausgespreitztcn Schenkeln stehen findet. Der Cadaver lauft auf, und geht
schnell in Faulniß über. s.». st.]

Achter Abschnitt.

Bon allgemeinen Krankheiten, welche vorzugsweise
einzelne Theile ergreifen.

§. 1. Von der Dämpfigkeit, (Haarschlechtigkeit, Engbrüstigkeit, Bauchblaß).

Diese Krankheit bestehet in einem schweren keuchenden Athemholen und
einem gewöhnlich ganz trockenen Husten. Diese Zufalle können mehrere
Jahre andauern, und daS Uebel dem Grade der Heftigkeit nach sehr ver-
schieden sein.

Kennzeichen. An Pferden, welche von der Dämpfigkeit ergriffen
sind, bemerkr man im Stande der Ruhe ein ungcwöbnlich tiefes Athemholen,
wobei das ganze Rippcngcwölbe, dem Grade der Krankbcit nach, mehr oder
weniger bewegt wird, als im gesunden Zustande. Sobald ein solches Pferd
in -Bewegung gesetzt und getrabt wird, nimmt die Bewegung in den Flan-
ken zu, das Athemholen wird sehr erschwert, manche Pferde haben alödann
ein starkes Flankcnschlagen, daß sie kaum ruhig stehen können, sondern hin
und her treten. Das Einathmen geschieht langsamer als das Ausathmen,
dabei machen die Flanken eine doppelschlägige Bewegung, und bei dem Ein-
atbincn zieht sich eine Rinne in den Flanken, dem Rippcngcwölbe entlaub,
unter demselben. Das Athemholen geschieht mit wcirgcöffnetcn Nasenlö-
chern, und dabei crgicbt sich ein röchelndes, schnarchendes oder wohl gar
kreischendes Geräusch. Wenn sich das Pferd wieder etwas erholt hat, so
hustet es, oder reizt man cs dazu, so geschieht dieß nicht frei, sondern keuchend.
Dampfige Pferde husten vorzugsweise des MorgcnS. — Im hohen Grade
der Krankheit schlagt daS Pferd selbst im ruhigen Zustande stark mit den
Flanken, meistens ist dann auch der Körper mehr oder weniger abgemagert,
und seine Haare haben ein struppiges Ansehen. Ucbrigcns frißt und sauft
ein solches Pferd gewöhnlich wie ein gesundes, und ist auch mehrenthcils zu
langsamen Arbeiten gut zu gebrauchen.

Verlauf. Die Dauer und der Ausgang des Dampfes ist immer sehr
unbestimmt, und richtet sich nach den verschiedenen Ursachen. Im Ganzen
genommen ist die Krankheit immer sehr hartnäckig; ja oft ist sie völlig un-
heilbar, wenn organische Fehler zum Grunde liegen. Zuweilen tobtet sie nach
wenigen Wochen durch Erstickung, Vereiterung, Wassersucht u. dgl. Bis-
weilen wahrt sie Monate und Jahre lang, und verschwindet dann oftmals
ganz unvcrmuthet von selbst, wovon ich einige Beispiele kenne. Ich habe
dampfige Pferde gesehen, welche Jahre lang im langsamen Fuhrwerk Dienste
gethan haben.

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