Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/601/
Nro. 148. Lebas Einguß von Chlorkalk gegen dieselben Krank
heiten.
: Chloreti calcarei |j.
Aqu. coinmun. < t?j.
Misce.
Nimm: Chlorkalk 2 Loth,
gemeines Wasser 1 Pfund.
Mische es.
Gebrauch. Französische und einige deutsche Thierarzte haben diesen Ein
guß gegen den Wurm und den Rotz angewendet, und zwar angeblich mit gutem
Erfolge, und dasselbe soll auch auf der Berliner Thierarzneischule der Fall gewe
sen sein. — Man giebt diesen Einguß alle^ Tage früh auf einmal ein und ver
mehrt die Quantität des Chlorkalks allmählig bis auf 4 bis 6 und wohl noch
mehr Loth. Uebrigcns muß bemerkt werden, daß man den Chlorkalk auch in
Pillen - oder Latwergcnform geben kann. Man giebt ihn in diesem Falle von 2
bis zu 6 Loth, in Verbindung mit bittern und aromatischen Mitteln.
Nro. 149. Chaberts wurmtreibendes Oel. (Oleum anthelmin-
thicum Chaberti).
ty.: 01. corn. cerv. non rectificat. S>j.
01. terebinth. 6>iij.
Misce digerendo per quatriduum, postea retorta vitrea bal-
neo arenae ad tertias quartas partes liquoris destilla; post
refrigerationem liquorem statiin ingere vitris, epistomiis vi-
treis obturandis et serva.
Nimm: Nicht rectisicirtes Hirschhornöl I Pfund,
Terpentinöl 3 Pfund.
Mische beides und lasse cs vier Tage lang ruhig stehen, destillire hier
auf dasselbe aus einer Glasrctorte in dem Sandbade, bis drei Vier-
theile des Ganzen in die Vorlage übergegangen sind; alsdann unter
breche die Destillation und verwahre das Produkt in gläsernen mit Glas
stöpseln versehenen Flaschen.
Gebrauch. Dieses Del hat der französische Professor Chabert zuerst berei
tet und zum thicrärztlichen Gebrauche, besonders gegen alle sogenannten Wurm-
krankheiten, sehr empfohlen, weil cs die Würmer viel schneller, als irgend ein
anderes Arzneimittel tobtet. Er verordnete es erwachsenen Pferden von 2 bis
zu 4 Loth, und Fohlen von % bis 1 Quentchen. Man soll die vorgeschriebene
Portion in einem Ausguß von Pfefferkraut (Herb, satureja) früh nüchtern ein
geben. Vorher soll man das Thier 2 bis 3 Tage lang eine leichte Diät halten
lassen, wenigstens an dem Tage, an welchem man das Mittel gebrauchen will,
wo man es von Morgens bis gegen Abend nichts fressen läßt. Drei Stunden
nach dem eingegebenen Oel soll man ein Klystier von Honig geben, und wenn
es keine Wirkung thut, ein zweites, wohl auch ein drittes. Zwei Stunden nach
der Wirkung des Klystiers bekommt das Pferd ein leichtes Futter. Wenn es
nothwendig ist, kann dieses Mittel nach 5 bis 6 Tagen auf die nämliche Weise
wiederholt werden. Sind die Würmer abgegangen, dann muß man einige Zeit
bittere stärkende Mittel gebrauchen.

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66