Titel:
Lehrbegriff der Pferdarzney ; Vierter Band
Personen:
La Fosse, Philippe Etienne Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN729852474/133/
Diese Methode hat vor den obenerwähnten, un-
streitig Vorzüge, denn nie werden stch gefährliche Zu
fälle dabey ereignen, auch darf das Pferd nicht vie
Schmerz ausstehen, und heilt geschwinder.
Nach der zweyten Methode wirft man das Pferd,
bindet ihn auch den Fuß über den Hals hin, eben so
wie bey der ersten Art, sucht den Hoden heraus zu
bringen, schneidet ihn mit der Bisturi gerade weg, und
hält ein glühendes birnförmiges Eisen an die Mün
dung der blutenden Ader. Der andere Höbe wird
auf die nämliche Art weggeschnitten, und dann das
Thier losgelassen. Diese Methode hat noch vor jener
Vorzüge, nur muß das Pferd drey Tage im Stalle
gehalten werden, bis sich die zerschnittene Schlagader
gehörig geschlossen hat.
Ich begreife gar nicht, wie man aus dieser O-
perazion soviel machen kann! Ich habe sogar eine
Menge Pferde kastrirt, ohne die Hoden abzubinden, o-
der das Brenneisen zu gebrauchen , und sie sind voll
kommen geheilt worden. Es ist wahr, daß es dem
Thiere viel Blut kostet; kostet es ihm aber deswegen
das Leben ? Ich bin vom Gegentheile völlig überzeugt/
und ging je ein Thier über dieser Operazion drauf, so
geschah es wenigstens nicht unter meinen Händen:
warum sollten denn andere Operateurs nur allein so
unglücklich seyn ? Hätte ich einen Hengst von Werth,
und könnte ihn gerade nicht selbst kastriren, so müßte
es doch nicht anders, als nach meiner Methode gesche
hen,

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