Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/655/
«len Thierkörper rum Theil grosse Aehnlichkeit unser
einander; im Einzelnen betrachtet weichen sie aber nach
den angedeuteten Verschiedenheiten ihrer Elementarbe-
standtheile, und nach dem Grade der Conzentrazion be
deutend von einander ab, und es ist deshalb nöthig, bei
einer allgemeinen Darstellung ihrer Wirkungen, wenig
stens den gebräuchlichen Unterschied zwischen Mineral
säuren und vegetabilischen Säuren (oder vielmehr zwi
schen Säuren mit einfacher und mit mehrfacher Grund
lage), und die Conzentrazion zu berücksichtigen.
A. Die Mineralsäuren (mit Ausnahme der Kohlen
säure) im conzentrirlen Zustande wirken zerstörend und
ätzend auf alle Theile des Thierkörpers, so dass diesel
ben an den unmittelbar betroffenen Stellen in einen
schwärzlichen, sehr festsitzenden Schorf umgewandelt
werden. — Diese Wirkung ist mit vielem Schmerz und
Entzündung, mit starker Zusammenschrumpfung und mit
Verdichtung der Weichgebilde im Umfange der berühr
ten Theile verbunden; — bei innerlicher Anwendung
der Säuren endet sie sehr oft mit dem Tode, welcher
bald nach 30 bis 60 Minuten, bald erst nach eben so
viel Stunden erfolgt, je nachdem die in den Eingeweiden
verursachten Zerstörungen mehr oder weniger gross sind.
Bei der Sektion findet man schwarze, gelbe oder weifse
Eiecken im Maule, Schlunde u. s. w., auch Anfressung
und selbst Durchfressung des Schlundes und des Magens,
schwarze Färbung und zähe Consistenz des Blutes, und
die Empfindlichkeit für den Galvanismus ist ganz ver
nichtet.
In die Blutadern injicirt, verursachen die conzentrir-
ten Mineralsäuren augenblicklich schwarze Färbung, feste
Gerinnung und Unbeweglichkeit des Blutes, zunächst in
dem betreffenden Blutgefäss, oft aber auch bis zum Her
zen, worauf der Tod schnell erfolgt.
Die nach äufserlicher Anwendung dieser Säuren
entstandene Entzündung geht langsamer als nach andern
Ursachen in Eiterung über, und der Eiter selbst ist

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