Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
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dünn, oft mehr jauchigt und die nachfolgende Granulation
gewöhnlich etwas trag.

§. 523.

Im gehörig verdünnten Zustande und in massig star-
ker Gabe innerlich angewendet, wirken die Mineralsäuren
zuerst wirklich kühlend, so dass eine Verminderung der
Temperatur an der ausgcathmeten Luft und an der Haut
(zuweilen bis um 3 Grad R.) zu bemerken ist; gleich-
zeitig mindern sie den Durst (besonders den krankhaften
bei bestehenden Fiebern), erregen eine vermehrte Ab-
sonderung von Schleim und Serum im Maule, im Schlunde,
im Magen- und Darmkanal, und befördern somit das
längere Feuchtbleiben dieser Organe; dabei verursachen
sie aber auch eine stärkere Zusammenziehung und grö-
ssere Spannung der Fasern in den unmittelbar berührten
Theilen, daher vermehrte wurmförmige Bewegung im
Darmkanal, und etwas lebhaftere Verdauung; aber der
Puls wird kleiner, härter und etwas langsamer, der Herz-
schlag weniger stark fühlbar; das aus der Ader gelassene
Blut erscheint etwas dunkler J), mehr gerinnbar und et-
was weniger warm, die Schleimhaut in der Nase und im
Maule blässer, die Ausdünstung der Haut (und anschei-
nend auch die der Lunge) vermindert, aber die Urin Se-
kretion zuweilen für eine kurze Zeit vermehrt. — Im
Urin finden sich nicht selten deutliche Spuren von den
eingegebenen Säuren, theils frei, theils an Basen gebun-
den als Salze. — Nachdem die bezeichneten Erscheinun-
gen durch einige Zeit, bald mehr bald weniger deutlich
bemerkbar, gedauert haben, wird der Puls wieder voll,
die Temperatur erhöhet und die Röthung der Schleimhaut

*) Die von Schriftstellern häufig ausgesprochene Behauptung:
„dass die Säuren das Blut heller rothen,” — habe ich bei sehr zahl-
reichen Versuchen nur allein von der Salpetersäure bestätiget gese-
hen , wenn ich dieselbe als Gas einalhmen liess; alle übrige Säuren
machen das Blut hei jeder Art der Anwendung dunkler, was auch
geschiehet, wenn man dasselbe ausserhalb des Thierkörpers mit Säu-
ren in irgend einem Verhältnise zusammen bringt. .

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