Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
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fall und dergleichen Schweifs, und sehr reichlicher Ab
gang des Urins zu betrachten.
§. 553.
Zum innerlichen Gebrauche dürfen die reinen Alka
lien, die alkalischen Erden und die Schwefellebern nur
in einem so verdünnten oder zertheilten Zustande ange
wendet werden, dass sie nicht ätzend auf den Magen
und Darmkanal wirken können. Die flüssige Form ist
defshalb für sie die schicklichste; weniger zweckmässig
geschieht die Anwendung in Latwergen und Pillen und
am wenigsten in Pulvern. Pillen und Pulver, welche
alkalische Mittel enthalten, verderben auch sehr leicht,
indem sie viel Feuchtigkeit und Kohlensäure aus der
Luft anziehen. — Man verbindet diese Mittel, um ihre
örtliche reizende Einwirkung auf die Verdauungseilige
weide möglichst zu vermindern, besonders bei vermehr
ter Empfindlichkeit der letztem, am besten mit schlei
migen Mitteln; dagegen aber mit bitfern oder selbst mit
aromatischen Arzneien, wenn Schwäche des Magens und
Darmkanals und Unverdaulichkeit vorhanden ist. — Mit
Säuren, mit Metalloxyden und mit den meisten Metall
salzen darf man die reinen Alkalien, die alkalischen Er
den und die Schwefellebern nicht gemeinschaftlich an
wenden, wenn man die vollständige Wirkung dieser
Mittel haben will; denn dieselben zersetzen sich gegen
seitig durch ihre chemischen Kräfte.
§. 554.
Aeufserlich sind diese Mittel (mit Ausnahme der
Thonerde) im verdünnten Zustande, vermöge ihrer, die
Vegetation der Haut erregenden, ihrer auflösenden, die
Resorption und die Zertheilung befördernden Wirkun
gen sehr-nützlich: a) bei chronischen Hautausschlägen,
namentlich bei Räude und Mauke; b) bei schlaffen, un
reinen Geschwüren, die eine Neigung zu Verhärtungen
(Callosifäten) zeigen, — und c) bei Geschwülsten, »>
denen Anhäufung von gerinnbaren Flüssigkeiten, Blutun
terlaufung oder Verdichtung und Verhärtung des orgain

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