Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/718/
Auch wird eia Theil des Mittels absorbirt. Eine schwa
che Auflösung reizt die Haut nur sehr gelind und ver
mehrt den BildungsprOzese in ihr.
§. 571.
Diese Wirkungen der Schwefelleber sind zum Theil
(besonders bei grossen Gaben) eigenthümlich und durch
das Schwefelwasserstoffgas bedingt, zum Theil aber auch
mit den Wirkungen des Schwefels und des Aetz-Kali
wesentlich verwandt. Oertlich ist die Schwefelleber viel
stärker reizend, schneller und tiefer eindringend, als der
Schwefel, aber weit weniger scharf und die Organisa
tion nicht so auflösend, wie das Aetz-Kali. Die allge
meine Wirkung ist hauptsächlich auf Verminderung der
Plastizität des Blutes (wahrscheinlich auch der übrigen
Säfte) und aüf‘Herabstimmung der Irritabilität in den
Muskeln und Blutgefässen gerichtet; doch ist es nicht zu
verkennen, dass sehr grosse Gaben des Mittels die Ner
venthätigkeit schnell und in hohem Grade vermindern,
selbst Lähmung der Sensibilität und hierdurch den Tod
herbeiführen.
§. 572.
Die innerliche Anwendung der Schwefelleber >sl.
den angedeuteten Wirkungen und vorzüglich Waldin-
ger’s *) u. A. Erfahrungen Zufolge, bei kranken Thieren
angezeigt:
1) Bei brandigen Entzündungsfiebern, beim Milz
brände und bei Lungenentzündungen, wenn die Schleim
haut im Maule und in der Nase dunkelroth oder blau
und sehr trocken erscheint; wenn die Sinnesthätigkeit
und die Empfindlichkeit dabei sehr unterdrückt, der
Herzschlag unfühlbar, der Puls klein, hart, das Athmen
im Verhältnise zur Zahl der vermehrten Pulse übermässig
schnell und mit grosser Anstrengung der Bauchmuskeln

*) Waldinger. Ueber den Schwefel und seine Verbindungen "
s w. S. 101.

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