Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/807/
Bei Pferden und Rindvieh verursacht der Eisenvi
triol in Gaben von öjj bis Zj keine sogleich erfolgenden
bedeutenden Veränderungen; bei fortgesetzter Anwen
dung des Mittels treten aber die, im §. 630 bezeichne
ten Erscheinungen der Wirkung früher und stärker ein,
als von allen übrigen Eisenmitteln; besonders erfolgt die
Schwarzfärbuug der Exkremente und eine Beschränkung
der Absonderungen sehr bald. — In grossem Gaben
soll das Mittel laxirend wirken; allein Florman (in
Viborg’s Saminl. Bd. 3. S. 182) sahe bei einem 2jäh
rigen Füllen nach dem Eingeben von Zj desselben bloä
schnelleren Puls und schnelleres Athmen, Schauder, Haar-
slräuben, Abneigung gegen Futter und Getränk, Mat
tigkeit, schwache Kolikzufälle und 2maligen Abgang ei
nes harten Mistes innerhalb 12 Stunden erfolgen. Nach
14 Stunden waren diese Wirkungen vorüber und das
Thier frafs mit Appetit.— Viborg (Vcter. Selsk. Skrift.
Bd. I, — Teuffels Magaz. für Thicrheilk. Heft 1, S.
173) gab einem 20jährigen Pferde Zjv Eisenvitriol in
Wasser aufgelöst, ohne die geringsten Zufälle darnach
zu bemerken. Diese Gabe wurde bei demselben Pferde
nach 3 Tagen wiederholt, ebenfalls ohne dass besondere
Zufälle darnach eintrafen. Es wurde daher nach 6 Stun
den getödtet und man fand die Zottenhaut des Magens
röther und dicker, den Darmkanal erweitert und an sei
ner ganzen inwendigen Fläche roth.— Von Zvj in Was
ser gelöst, einem 18jährigen Pferde eingegeben, bemerkte
man nach 10 Minuten sehr kleinen Puls, Erbrechen/),

') Es ist wahrscheinlich, dass dieses Erbrechen nur durch das
Eindringen der Flüssigkeit in den Kehlkopf entstanden und nur
scheinbar war; ich bemerkte dasselbe bei 6 solchen Versuchen nie
mals, und Gohier {Mim- ct Observ. Tom. 1. p. 437), der den
Eisenvitriol einem Pferde zu ~jxß, einem Esel zu ^vj, und einem
3monatl. Füllen zu *jjj gegeben, bemerkte es ebenfalls nicht; auch
sahe Gohier kein vermehrtes Uriniren, wohl aber eine heftige
Darmentzündung entstehen, an welcher alle 3 Thiere am fol
genden Tage starben.

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