Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
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1) als Aetzmittel, um Wucherungen oder Ansteckongs
sloffe in Wunden und Geschwüren zu zerstören, z. B
in Bisswunden von tollen Hunden, oder bei Feigwarzen,
Strahlkrebs, Wuringcschwüren und dgl. Der Präzipitat
wird hier am besten in reinem Zustande, fein pul verisirt,
etwas reichlich eingestreut, und nach dem Abgehen des
entstandenen Schorfes so oft als nöthig ist, wiederholt.
Sehr oft kann er durch das Glüheisen oder durch an
dere Aetzmittel ersetzt werden.
2) Als kräftiges Digestivmittel bei torpiden Wunden
und Geschwüren, in denen geringe Empfindlichkeit, blasse,
schlaffe, schwanimigtc, oder entgegengesetzt, speckartige,
harte Granulation, und die Absonderung einer dünnen
Jauche besteht,— wie dies zuweilen bei veralteten Kro
nentritten, bei dergl. Strahlgeschwüren, bei bösartiger
und veralteter Mauke, bei Knochengeschwüren u. s. w.
der Fall ist. Die Anwendung des Präzipitats hierbei ge
schieht entweder: ß) rein für sich, als feines Pulver
— wenn nämlich die Reizlosigkeit sehr gross, die Ab
sonderung massig ist; — oder b) mit Kohle, Kamillen,
Kalmus u. dgl. absorbierenden Mitteln versetzt, ebenfalls
als Pulver, — wenn die Reizlosigkeit etwas geringer, die
Jaucheabsonderung aber sehr reichlich ist, und— c) als
Salbe, in Verbindung mit 4 bis 8 Th. Fett, Butter, Wachs
salbe oder Königssalbe (8. 387), bei verschiedenen Gra
den der Torpidität, wenn die Granulation hart und die
Absonderung gering ist.
3) Als erregendes Zertheilungsmittel gegen torpide,
chronische Augenentzündungen und deren patholog.
Folgen, z. B. gegen Verdickungen und Verhärtungen der
Augenlider, besonders der Meibourschen Drüsen, ge
gen zu reichliche Schleimsekretion aus den letztem, Ver
dunkelungen der Hornhaut, Ausschwitzungen im Innern
des Auges u. dgl. Der rothe Präzipitat ist gegen diese
Zustände von ausgezeichneter Wirksamkeit, wenn sie
wirklich den torpiden Charakter haben; er ist aber un
passend und schädlich, so lange sie noch mit Trocken-

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