Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/860/
ähnliches Rülpsen, mit Auswurf von Schleim und etwas
Futterstoffen. — Ein junger Ziegenbock erschien einige
Minuten nach der Injektion von 4 Gr., in zv Wasser
aufgelösten Brechweinstein ganz matt, der muntere Blick
verschwand, der Puls wurde klein und geschwind, das
Athmen angestrengt, der Bauch gespannt und innerhalb
der ersten Stunde wurde 5mal Mist entleert, welcher zu
setzt weich und zusammenhängend abging. Nach 4 Stun
den waren alle Zufälle vorüber. (Viborg). — Bei Scha
fen entstand nach dem Einspritzen von 6 bis 8 Gr. die
selbe Wirkung, aber im heftigern Grade und bis zum
folgenden Tage dauernd. — Bei Hunden trat von 1 bis
2 Gran erst nach § Stunde Ekel und leichtes Erbrechen,
ohne weitere Folgen ein; 4 Gr. bewirkten Mattigkeit,
mehrmals wiederholtes Erbrechen, beschwerliches Ath
men, unregelmässigen, aussetzenden, schnellen Puls, Zit
tern, Convulsiouen und zuweilen nach 16 bis 24 Stun
den den Tod. Letzterer trat nach dem Einspritzen von
6—8 Gran schon binnen 1 Stunde, und von 12 —18 Gr.
schon nach | Stunde ein. Hatte man aber nach Ma-
gendi’s Vorgänge, beide Nerven des 8teü Paares durch
schnitten, um die spezif. Wirkung des Brechweinsteins
auf diese Nerven zu untersuchen, so starben die Thiere
nach der Injektion von 12 —18 Gran erst in 4 Stunden.
In Wunden gebracht wirkt der Brechweinstein bei
kleinen Thieren ebenfalls sehr heftig. Von 5, Gr. auf
diese Weise applizirt, starb eine Katze in 3 Stunden.
Auf die äussere Haut in sehr conzentrirter Auflö
sung oder als Salbe angewendet, bewirkt das Mittel bfii
allen Thieren, am stärksten aber bei Pferden, heftige
Reizung, tief eindringende Entzündung, Geschwulst, Aus
schwitzung äusserlich an der Haut und im Zellgewebe
unter derselben; zuweilen, besonders bei wiederholter
Einreibung der Salbe, entstehen auch Bläschen, Ge
schwüre, und selbst brandige Zerstörungen der Haut
und des Zellgewebes unter ihr.

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