Titel:
Handbuch der Veterinair-Chirurgie
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN741105519/588/
§. 56.
Ich kenne keinen Fall, wo der Bruststich mit günsti
gem Erfolge ausgeführt worden Ware, weil bei Thieren,
besonders bei Pferden, die Brustwassersucht wohl höchst
selten als solche rein vorkommt, sondern es ist gewöhn
lich eine verkannte oder vernachlässigte Lungen- oder Rip
penfell-Entzündung mit Ausschwitzung eines lockern fadi-
gen Wesens — und Ergießung von Wasser in die Brust
höhle, welche Krankheit gewöhnlich sehr bald zum Tode
führt. —
§. 57.
Daher könnte der Bruststich nur dann von günstigem
Erfolge seyn, wenn der ursprünglichen Krankheit Einhalt
gethan ist und Mittel angewandt werden, welche jenes
Mißverhaltniß zu heben im Stande sind. (Siehe Allg.
Bet. Chir. tz. 200 — 210.)

§. 58.
Der Bruststich, bloß als Operation betrachtet, wird
folgendermaßen ausgeführt:
Das Pferd wird zu dieser Operation nicht geworfen,
sondern es wird mit der einen Seite gegen eine Wand
gestellt, und dann, ohne die äußere Drustvene (Spornader)
zu verletzen, quer unterhalb der Vereinigung der Rippen
mit ihrem Knorpel, zwischen der achten und neunten
Rippe, gleichviel zu welcher Seite, mit einem Trokar,
denselben etwas von vorne nach hinten haltend, eingesto
ßen; das Stilet ziehe man nach geschehenem Einstoße aus
der Hülse, und lasse die Hülse in der gemachten Oeffnung
so lange zurück, bis das vorhandene Wasser durch dieselbe
abgeflossen ist.
§. 59.
Damit man aber die Lunge bei dem Einstoßen des
Trokars nicht verletze, so muß man nur einen ungefähr
2 Zoll langen Trokar dazu gebrauchen; in Ermangelung
eines solchen kann man einen gewöhnlichen Trokar so be-

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