Titel:
Preisschriften über die Rindviehpest und ihre Cur
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§. 3 1 *
Alles dieses namhaft gemachte, das den Kör
per' unmittelbar betrifft, den Umtrieb der Säfte
stöhrr und solche krank macht, tragt das allermeiste
zu der Entbindung der Krankheit bey. Sehr oft
kommen mehrere Gelegenheitsurfachen zusammen,
wodurch viele Schriftsteller und Beobachter irre ge
leitet worden sind, und dann diese oder jene eintre
tende Umstände, als die Entstehungsursache der
Rindviehpest, angenommen haben; da es doch nur
bloß an einer Gelegenheitsurfache gebrach, den Pest-
stoff zu entwickeln. Von daher kommt es auch, daß
Die Zufälle bey dieser Pest nicht immer einerley
Kennzeichen von sich geben, sondern nach den ob
waltenden Umständen in ihren Ausbrüchen so ver
schieden sind; daß einzelne unangetastet bleiben, an
dere geringe, andere wiederum heftige Zufälle ha
ben , und andere den Tod schnell erleiden müssen.
Nimmt man nun noch dazu, alles was die Aengst-
lichkeit und Bestürzung der Besizzer der Thiere, mit
den Thieren unternehmen, theils alle nur erdenkliche
Güte thun, theils zweckwidrige Mittel unter einan
der eingeben, theils wieder andere die kranken Thie-
re ganz verderben lassen u. s. f. was zur Aufreizung
des Giftes beytragt: so darf man sich gar nicht
wundern, wie das Gift endlich zu einem so fürchter
lichen Grade der Wuth steigt, und wie alles den
Gang der Vernichtung gehen muß. Denn in ei
nem dergleichen pesthaften Orte, wo die Mensches
sich selbst überlassen sind, ist ja alles wider einander,
die strengste Ordnung und Bedachrsamkeit — die
durchaus herrschen sollte — ist aufgehoben, und
wird nicht geachtet, und man kann mit Recht sagen,
daß

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