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Preisschriften über die Rindviehpest und ihre Cur
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brauch zu machen. Man nimmt ein halbes Quentchen
Campher, ein halbes Loth Salpeter und ein Loch
Cascarillenrinde, (Lonex Lsrcsrillae) was man jer
dem erwachsenen Stücke Rindvieh mit Haber
schleim oder mit Gerstentranke zwey bis dreymal des
Tages giebt, womit man einige Wochen fortzu
fahren hätte. Mit Fleiß enthalte ich mich sonst vie
le und zusammengesehteMittel vorzuschlagen,
weil die Erfahrung mir häufig bewies, daß derr
gleichen Mittel wenig oder nichts mehr nützen,
wie auch der große von Haller nach Camper *)
sagt: „Ich habe niemals bemerkt, daß Arzneyen
viel Gutes dazu beytragen;" und es scheint mir,
das Vieh mit mehreren Mägen ist dazu am we
nigsten geeignet, viele Arzeneyen, innerlich besonders,
mit Nutzen zu nehmen, weil seine Natur es so mit
sich bringt, daß oft schon nach geschehener Anstek-
kung am dritten oder am vierten Tage das Wieder
kauen (oder das wahre Kauen des zuvor nur etwas
klein gemachten Futters) aufhöret, wo alsdenn
nichts mehr zur Ernährung oder auch zur Heilung des
Körpers von dem Genossenen verwendet werden
kann; wie ich auch selbst bey vielfältigerZerglie-
derun a von gefallenem oder von getödtetem Viehe
sahe, daß wenn auch das kranke Vieh mehrere Ta
ge vor seinem Hinfallen nichts mehr gefressen hatte,
doch der erste Magen (die Wampe) voller
Futter war, der dritte Magen (derPsalter) hielt
auch in sich dergleichen verbrenntes, der vierte Ma
gen (der Lapmagen) war leer, wie dies auch große
Zergliederer, wie von Haller und Camper, ganz so
schon fanden.
*) Campers Vorlesungen rc. S. nr.

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