Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/149/
längerem Stehen kein blutrothes Wasser trennte, welches doch
bei elner gesunden Leber immer der Fall ist; das Lakmus-
Papier wurde mehr als bei s) geröthet-
Frisches Blutwasser reagkrt eigentlich alkalisch, aber bald
«ach dem Tode reagirt dasselbe sauer. So viel geht aus dem
vergleichenden Versuche hervor, daß die Umsetzung oder
Zersetzung bei b schon viel weiter vorgeschritten
war als bei s. Die Behandlung der Leberstücke mit Alkohol
zeigte auch eine verschiedenartige Bildung der Bestandtheile.
Ein eigenthümlich schädlicher Bestandtheil kann hier nicht
ausgeschieden werden. Daß das beängstigende Binden
derKalber auf die Qualität des Blutes großen Einfluß
Habe, ist durch die neuesten Versuche des vr. Scharling
«der die Quantität der ausgeathmeten Kohlensäure (Li ebig s
Annalen Febr. 1843.) so viel wie gewiß.
Scharling hat beobachtet, daß ein Mensch, wenn er
nur in einer etwas ängstlichen ober unbehag
lichen Stimmung ist, um ein Beträchtliches weniger
Kohlensäure abgiebt, als in gewöhnlicher Stimmung, wo das
Gemekngeföhl nicht alterirt ist.
Die Angst nun, in welche die Kälber durch das Binden
und die beschwerliche Lage in so langer Zeit versetzt werden,
wirkt sehr heminend auf die Ausscheidung durch die Lunge
und Haut; der Stoffwechsel dauert übrigens fort, ja er er
höht sich durch die Anstrengung der Thiere, sich
lo szumach en.
Mithin werden Stoffe, die durch Lunge oder Haut
ausgeschieden werden sollten, zurück gehalten, und
zwar unmittelbar im Blute, dem allgemeinen plastischen
Stoffe, woraus sich alle Gebilde fortwährend erneuern. Da
her sind zerstörte Lungenfunktionen im Allgemeinen
schon dem Körper nachtheilig.
Hieraus geht mitBestimmtheit hervor, daß Kälber,
welche längere Zeit in einer so großen Angst und üblen Lage
erhalten und dann geschlachtet werden, jeder Zeit ei»
schlechteres, weniger haltbares undderGes-und-
hett weniger zuträgliches Fletsch liefern müs
sen, sollte dasselbe gerade auch nicht krank-
vlachend oder gar tödtlich seyn.
Mön chen den 25. April 1841.
Pettenkofer, k. Hof- und Leib-Apotheker.
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