Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/157/
ISS
zu schlachtenden Thiere füglich erleichtert, so muß aber dochj.in
medizinisch-polizeilicher Hinsicht noch die Frage entstehen:
ist das Fleisch von geknebelt transportirten, besonders aber
lange und in großer Hitze transportirten Thieren eben s»
gesund, als von freistehend und liegend transportirten?
Daß diese Frage mit Nein zu beantworten sei und in wie
ferne eine solche Behandlung des Schlachtviehes auf das Fleisch
desselben einen nachtheiligen Einfluß ausüben müsse, mag auö
nachstehenden Gründen zu entnehmen seyn.
Das Thier, seinem Instinkt folgend, dem Triebe zur Ernäh
rung, Selbsterhaltung und Gegenwehr in seiner Freiheit be
einträchtiget, sucht sich jeder gewaltsam angelegten Fesseln mög
lichst zu entledigen und je mehr dies der Fall ist, je mehr
demselben Kräfte zu Gebote stehen, desto stärker und nachhalten
der müssen jene Fesseln seyn, wenn es in den Stand der Passi
vität versetzt bleiben soll. Deßhalb, und um mit dem Schlacht-
viehe ohne große Mühe und Hindernisse schnell von einem Orte
zu dem andern zu gelangen, ist es Sitte geworden, solches nicht
nur an den Border- und Hinterfüßen zu knebeln, sondern auch,
wenn dem ungeachtet es sich sehr gebehrdet, selbst mit dem übri
gen Körper durch Binden an den Wagen oder sonst zu befestige».
Zn welcher unangenehmen und beschwerlichen Situation sich ein
der Art gefesseltes Thier befinden, welche Schmerzen zunächst an
den widernatürlich zusammengeschnürten Theilen entstehen müssen,
muß jedem gefühlvollen Menschen einleuchten. Richt genug, daß
solch ein Thier in einem peinlichen Zustande sich befindet, zumal
wenn er lange anhält und drückende Hitze einwirkt; es kann selbst
nicht fehlen, daß diese einwirkenden äußern Potenzen bei der
fortwährenden Intention von Seiten des Thieres, sich von seinen
qualvollen Banden frei zu machen, einen um so nachtheiligeren
Eindruck auf den GesammtorganiSmus desselben machen
müßen. Hieher gehören nun Dehnungen oder Verrenkun
gen, wohl gar Knochenbrüche (was z. B. bei jüngst gebornen
Thieren, wie bei den Kälbern, leicht der Fall seyn dürfte)
herbeigeführt entweder durch gewaltsames und widernatürliches
Fesseln, oder durch angestrengte Kraftäußerung von Seite des
Thieres sich loszumachen, ferner Quetschungen und Blut-
Austretung, durch Einschnürung und Druck bewirkt, gestörte
Blutcirculation, krampfhafte Spannung der Mus
keln mit nachfolgender Erschlaffung derselben und des Ner
vensystems überhaupt, welcher Zustand besonders durch an
dauernde Hitze noch mehr begünstiget wird; nicht weniger ist dar

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