Titel:
Einiges über edle Pferde
Personen:
Biel, Gottlieb Wilhelm Ludwig Friedrich Wikipedia
PURL:
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machen Monarchie in’s Leben getreten. Die Rennen
werden den Stamm edler Pferde rein erhalten, das
Werthlose und sich spät Ausbildende ausmerzen, und
in der Bastard-Zucht Pferde zur Jagd schaffen. Die
Jagd wird Reiter schaffen, und den Muth der Nation
beleben und erhalten.
Wenn erst durch die Jagd gute Reiter ausgebildet
sind, so wird man auch dazu Vollblutpferde verwenden,
und dann allgemein über die — zwar durch die Er
fahrung Englands schon längst widersprochene, — auf
fallende Behauptung lachen, dass Vollblutpferde zur
Jagd und zum Kriegsdienste nicht zu gebrauchen wä
ren; man wird dann finden, dass sie gerade zu bei
den Zwecken die vorzüglichsten Pferde sind.
Die Pferdezucht befindet sich jetzt auf dem Punkte,
wo die Schaafzucht war, ehe man bei derselben das
Vollblutsystem einführte. Mögen die Männer, welche
der alten Gestütszucht *), deren Mangelhaftigkeit durch
Jahrhunderte lange Erfahrung sich gezeigt hat, Weih
rauch streuen; -— welche die Englischen Pferde, das
einzige Vollblut, welches zu erhalten steht, in Misskre
dit bringen, und dagegen die Araber erheben wollen,
deren Abkunft stets ungewiss bleibt, und deren geringer
Nutzen zu unserm Zuchtzwecke erwiesen ist, sich nicht
verhehlen, dass sie das allgemeine Interesse ihren Sy-

*) Recht interessant ist es, die Pferde der Wiener Fiacker
durchzusehn, von denen die meisten Producte der nach den
alten gelehrten Grundsätzen geleiteten Gestütszucht sind.
Im Ueberfluss findet man unter denselben Pferde, welche
das edelste Orientalische Blut zeigen, aber weder zum
Reitdienst noch zum ordentlichen Zugdienst brauchbar
sind. So mussten sie zu Spottpreisen an die Fiacker ver
schleudert werden, wo sie, keine schweren Lasten zie
hend, vermöge ihres Blutes, mit grosser Schnelligkeit ih
ren Dienst versehen. — Dem Pferdezüchter, welcher für
eigene Rechnung züchtet , werden die obenerwähnten
Pferde als ein Rezept gegen die alte gelehrte Pferdezucht
erscheinen und nützen.

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