Titel:
Einiges über edle Pferde
Personen:
Biel, Gottlieb Wilhelm Ludwig Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766717380/282/
richtigem, einfachem Verstände, unmöglich Kenntniss
in diesem Fache haben. Doch dieses entgieng dem ge
lehrten Continental-Pferdezüchter, und vielleicht waren
die meisten froh, dass sie bei dieser Gelegenheit eifüh
ren, wie denn die Füllen eigentlich zur Welt kämen.
Der Schaden ist unberechenbar, den diese tolle Hypo
these in der Pferdezucht angerichtet hat, und obgleich
man wohl sagen kann, dass die meisten Landesherrli
chen Gestüte davon zurückgekommen sind, so leiden sie
nichtsdestoweniger an den Folgen, da der Stutenstamm
ganz verbastardtet ist. —
Nachdem man nun lange genug dem Buffon’schen
Systeme gehuldigt hatte, gelang es einigen beredten
Schriftstellern, die Landesherrlichen Gestüte gerade zu
dem Gegensatze, nämlich zu der Inzucht, zu verführen.
Für diese schreibenden und handelnden Gelehrten wa
ren die belehrenden Beispiele des Grafen Derby mit Sir
Peter-Blute, und die andern in England angestellten
Versuche über Inzucht mit Eclipse- und Highflyer-Blute
verloren. Da diese Versuche durch Erfahrung den
Nachtheil der Zucht zeigten, so verachteten sie solche.
Diese Hypothese hat noch sehr viele Anhänger in den
Landesherrlichen Gestüten, und auch unter den gelehr
ten Stubenhippologen. Diese Herren bedenken nicht,
dass bei den Schaafen der practische Thierzüchter die
Wolle, bei dem Rindvieh die Milch und das Fleisch,
als Züchtungszweck vor Augen hat, und sich wenig
darum bekümmert, ob das Thier an Energie und Kraft
verliert.
Beim Pferde wollen wir aber beide letztere Eigen
schaften , und nebenbei noch Grösse haben. Alle
Versuche haben aber ergeben, dass Inzucht diese so
werthvollen Eigenschaften verringert. Die Pferde von
exotischen Farben in den Landesherrlichen Gestüten,
geben davon einen redenden Beweis. Selbst bei den
Menschen finden wir dasselbe Resultat; betrachten wir
nur den hohen Spanischen Adel, um nicht andere Bei-

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