Titel:
Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern
Personen:
Flörke, Heinrich Gustav Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN782178006/587/
Pferd. 575
Horn an den Füßen abgeschnitten, dabey aber auch
dahin gesehen, das; der Fuß eine regelmäßige Form
erhält. Dieses Zurechtschneiden der Hufe geschieht
in der Folge alle zwey Monathe, sowohl im Win
ker, als auch im Sommer, wenn die Fohlen auf der
Weide gehen.
Sie werden alle Tage sowohl im Stalle, als
auch wenn sie auf dem Hose gehen, von dem bey
dem Gestüte stehenden Pferdearzte durchgesehen; und
wenn er an dem einen oder dem andern etwas man
gelhaftes entdeckt, so wird dasselbe sogleich aufge
griffen, der Schaden untersucht, und die dienlichen
Mittel gegen denselben angewendet. Auf diese Ärt
werden sie den ganzen Winter bis zum Ausgang
des April-Monalhö behandelt; alsdann werden sie
wieder auf die Weide gebracht. Nunmehr werden
die Hengstfohlen von den Stutfohlen abgesondert,
die Stutfohlen unter die zwey, drey und vierjähri
ge» Sturfohlen gelassen, und mit diesen auf die
Weide gebracht.
Die Weide, auf welcher sie gehen, besteht aus
drey Koppeln; in diesen drey Koppeln gebn auch
die güften oder nicht tragenden Stuten. Die Ein-
theilung der Koppeln geschieht auf folgende Art.
Im Anfange werden die Stuten in eine, und die
f ohlen in eine andere Koppel gebracht. Wenn die
^vhlen das beste Gras heraus gefressen haben, so
werden sie in die dritte Koppel gelassen, als in wel
cher bis dahin noch keine Pferde geweidet Haren.
Sogleich, als die Fohlen aus der Koppel, in welcher
sie zuerst gegangen, heraus sind, bringt man die
Stuten in dieselbe, damit diese das Gras, welches
die Fohlen nachgelassen haben, abfressen können.
Wenn die Fohlen das beste Gras in der Koppel, in
der sie sich nun befinden, abgeweidet haben, so wer
den sie ln diejenige Koppel gebracht, in der zuerst
Die Stuten gingen, weil in derselben das junge
Gras wieder nachgewachsen ist. Auf diese Weise er
halten die Fohlen jedes Mahl eine neue Koppel und
frisches Gras, und die Stuten werden gleich nach
ihnen herein gebracht, um das übrige Gras zu ver
zehren. Zwischen den Stuten gehen die Kühe der
Gestüt-Officianten, um das in den Koppeln befind
liche geile Gras abzuweiden, welches die Pferde
nicht fressen.

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66