Titel:
Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern
Personen:
Flörke, Heinrich Gustav Wikipedia
PURL:
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Pf-rd. 775
Pferde, welche man von Spanien nach
America brachte, wurden in den meisten Gegen
den unansehnlicher und schwacher, als die spani
schen, aber in dem bergigen Chili geriechen sie
vortrefflich.
Von Chili nach Peru sendete man sonst
die schönsten Pferde, auch Pferdehauke und ge
salzenes Pferdefleisch, womit ein großer Handel
getrieben wurde, und noch wird.
Das spanische Pferd gehört bekanntlich mit
zu den vorzüglichsten Pferdcraßcn. Die Ausfuhr
eines Hengstes, ohne ganz besondere königliche
Erlaubniß, ward ehedem wie ein Menschcnniord
bestraft, und doch hinderte auch diese Slrare
d-m vielfältigen Schleichhandel nicht. Vier Con-
fraternitaten, deren Mitglieder sich zur Erhal
tung und Vcrbefferling der Pferdezucht im Lan
de vereiniget und heilig verbunden hatten, wa
ren dennoch nicht iiu Stande diesen Zweck
zu erreichen, und selbst der Stutereyeu des
Königs und der Verfolgung der Maulthiere un
geachtet, sank doch die Pferdezucht in diesem
Lande so tief, daß Spanien vielleicht bald Noth
haben wird, seine sonst so vortreffliche Cavalie«
rie zu remontiren. Die Provinz Valenzia zeich
net sich noch am meisten durch die vorzüglichste
Pferdezucht aus.
Desto stärker und zum größten Nachtheil
der Pferdezucht legen sich die Spanier auf die
Zucht der Maulthiere. In Mancha, wo die be
sten fallen, verkauft man das Stück zu 50 bis
60 Pistolen, und so viele dieser Thiere in Spa
nien erzeugt werden, so werden doch lange nicht
so viele erzogen, als man bedarf.

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