Titel:
Vollständige Pferdewissenschaft ; [Erster Band]
Personen:
Prizelius, Johann Gottfried Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN786988320/189/
Haras p. 71. „L’age, au quel les pouliches fönt en etat de devenir poulinieres, est
„depuis 4 ans jusqu’ä 15, ou plus, felon leur vigueur, comme il esl dit de l’Eta-
^lon dans le Chapitre pr6c6dent.“
Der Herr von Sind ist in seinem gründlichen Unterrichte von der Pferdezucht
nicht mit dem vierten Jahre zufrieden, sondern will das fünfte. Dessen Worte sind
im 3. Ab. 0,56. „Endlich muß man das Alter der Stuten wohl in Acht nehmen:
„vom fünften bis in das zehnte, oder höchstens zwölfte Jahr, kann man das Pferd in
„seinem besten und vollkommensten Vermögen und Kräften schätzen; nach diesem Alter
„aber nehmen sie schon wieder ab. Vor fünf Jahren aber sind beym Pferde die Be-
„standstheile, der fiüßigen so wohl als der fleischigen und harten Theile, noch nicht in
„ihrer Vollkommenheit, folglich kann ihr Saame auch keine vollkommene Frucht brin-
„gen; und wenn schon einer oder anderer aus unzeitigem Witze und Vorurtheile 3 oder
„4 jährige Stuten, von auch so jungen Hengsten belegen lasset, davon sie nach ihrer
„Meynung muntere und gute Fohlen zu bekommen hoffen, so ist es darum nicht recht,
„und folgt nicht daraus, daß ihre Meynungen gegründet oder nachzuahmen seyn." Mft
Gründen sucht der Autor die Meynung zu beweisen, daß keine Stute vor dem fünften
Jahre bedeckt werden solle, nennet es einen unzeitigen Witz oder Vorurtheil, wenn man
früher, auch in dem vierten Jahre, damit anfimge, und sagt, es sey unrecht. An
diese so entscheidende Meynung hat er nur wieder nicht gedacht, wie er seinen vollkomme
nen Stallmeister geschrieben, wo er auf der 23sten Seite sagt: „Vor 4 Jahren darf
„man keine Stute beschelen lassen, alsdenn kann sie aber bis 12, oder höchstens volle vier-
„zehn Jahre, gebraucht werden." Abermals ein Widerspruch! und überlasse ich es dem
Leser, zu prüfen, aus welchen Gründen er hier das vierte Jahr noch zugestanden habe?
die er entweder in der zuvor angeführten Meynung sinden und wählen, oder auch andere
entdecken mag.
Hieraus erhellet sattsam, daß die Autoren bey dem Alter der Stuten, so wohl
wann sie zuerst bedeckt werden sollen? als auch wann damit aufgehöret werden solle? eben
so wenig übereinstimmen, als bey dem Bescheler. Palladius und Colulnella wollen
sie gar nicht einmal mehr nach dem zehnten Jahre für tüchtig dazu halten. . Was ist
Daran gelegen, zu wissen: wie alt die Stute seyn müsse, um die besten Füllen von ihr
zu erhalten? und nicht wann sie fähig dazu sey? oder wie lange diese Fähigkeit daure?
Hier bitte ich meinen Leser, das zu wiederholen, was ich im vorigen Capitel §. 10, bey
den Beschelern, in Ansehung des Alters, angeführet habe. Nach dem daselbst gemach
ten Unterschiede und dabey bemerkten Grundsätze, daß eine Stute ein Jahr früher zur
U Vollkom-

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