Titel:
Vollständige Pferdewissenschaft ; [Erster Band]
Personen:
Prizelius, Johann Gottfried Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN786988320/38/
2 I. Capitel. Von dem Leiste, dem Haar und den Eigenschaften
mit einer gewissen Masse überzogene Platte, und fahret mit einem nicht scharfen Griffel
auf dem Umriß der Zeichnung her, welcher dadurch auf der Platte bemerklich wird. Des
Herrn Zehentners ganzer Umriß des Pferdes ist unnatürlich, und bemerkt ein schwa
ches hochbeinigtes Pferd, welches mit Recht von schlechtem Leiste genannt zu werden ver
dient. Diese Anmerkung habe ich nicht aus der Acht lassen dürfen, damit junge Leute die
Worte des Herrn Zehentners/ der sonst allen Glauben verdienet, nicht so schlechtweg
annehmen, und dessen Zeichnung für ein Muster halten, wofür er es gehalten wissen will.
Es ist nicht so leicht, das Muster eines schönen Pferdes zu zeichnen, welches auch oft
großen Zeichenmeistern mißräth; wie viel mehr unser einem, der sich nur selten da
mit beschafftigen kann: daher ich es ftrr ein bloßes Glück halte, wenn die meinige besser
gerathen. Meiner Meynung nach halte ich die Zeichnungen auf Tab. II. und XIX.
für Pferde von gutem Schlage, weil ich glaube, das gehörige Verhältniß der Theile ge
troffen zu haberr.
Wenn es auch damit seine Richtigkeit hat; so ist dennoch ein jedes auf den Ta
feln gezeichnetes Pferd wieder nach seiner Bestimmung zu beurtheilen, ob es auch von
schicklichem oder unschicklichem Leiste sey. Es kann ein Pferd von gutem Leiste seyn,
aber es ist desfalls nicht von schicklichem Leiste. Mit Recht würde man mich tadeln,
wenn ich die Zeichnung auf der Tab. I I. für einen schicklichen Leist eines Wagenpferdes,
oder die auf der Tab. XIX. für schicklich zu einem Jagdpferde angeben wollte; und beyde
würde man unschicklich-nennen. Wenn ich aber die Zeichnungen lvechsele, und dieTab. II.
für ein schickliches Jagdpferd, die Tab. XIX. aber für ein schickliches Wagenpferd ausge
be: so werde ich wenigem Tadel verdienen. Ich stelle sie desfalls dar, und wünsche,
daß man nie Pferde von schlechterm oder unschicklicherm Leist erhalte. Sorgfältig habe
ich die Eintheilung unter gutem und schlechtem, schicklichem oder unschicklichem Leist ge
macht, die ein Anfänger nicht aus der Acht lassen muß, wenn er ein Pferdekenner zu wer
den gedenket.
§. 2.
Die guten Die erforderlichen guten Eigenschaftelt eines Pferdes überhaupt, sind entweder
unfeine“/ 1 innerlich oder äußerlich. Zu jenen werden dessen Tugenden, Güte und Gesundheit, zu
Pferdes, diesen aber, seine äußerliche schöne Gestalt gezahlet.
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Ekn Pferd, wenn es von noch so gutem und schicklichem Leiste ist, aber schlechte
Eigenschaften hat, wird dadurch zu seiner Bestimmung oft ungeschickt; daher man hier
auf sein Augenmerk allerdings mit richten muß. Diese sind nach der in diesem §. bemerkten
Einthch

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