Titel:
Vollständige Pferdewissenschaft ; Zweyter Band
Personen:
Prizelius, Johann Gottfried Wikipedia
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Geschirre und Wagen. Z2Z
wird, so wählet der Schmidt eines, probiret es auf dem Fuße, und macht es enger oder
weiter, ohne sich weder um die Läkye zu bekümmern, noch darauf zu fehen, wie der
Fuß besthaffen, und ob er nicht etwa ein Hufeisen erfordere, welches in Ansehung sti
ller Form von dem gewöhnlichen obweichen müsse. Daher kömmt es denn, daß so vie
le Füße, wenn sie auch durch dm Beschlag zu verbessern wären, in kurzer Zeit gänzlich
verdorben sind. Leute, welche keine Kenntniß davon haben, überlassen sich freylich
dem Gutbefinden der Schmidt.', Kunstverständige aber würde es schlecht kleiden, wenn sie
sich durch den Schmidt sollte« Regeln geben lassen, wie ein Pferd zu beschlagen wäre.
Die muß der Schmidt von rms empfangen, und den Beschlag darnach einrichten. Wol
len wir Pferde beschlagen lassen, so lieget uns die Sorge ob, darauf zu fehen, wie der
Fuß beschaffen sey, ob er natürlich und gut, oder aber ob er fehlerhaft sey, und nach der
Beschaffenheit ordnen wir die Eisen, wie uns in den folgenden §§. gelehret wird.
§. 4.
Der Beschlag auf einen regelmäßigen Fuß ist nach der Bestimmung des Pferdes Gewöhnn,
anzuordnen. Für ein Reitpferd soll er leicht, die Nägel fein, die Köpfe in die Löcher Alag^'auf
versenket; und mit niedrigen oder gar keinen Stollen versehen seyn. Reit- und
Zu Wagenpferden muß er stärker seyn, und vorne eine aufstehende Ficke haben,
deren Spitze über den Huf geschlagen wird.
Für Pferde, welche schwere Lasten ziehen, ist der Beschlag noch stärker; und
unter der Ficke, zuvörderst an der Fußzähe, noch mit einem Haken, in Form einer Stolle
versehen, welcher in Wintertagen geschärfet wird.
Bey dem Beschläge ist vor allen Dingen auf die Bestimmung des Pferdes, wel
ches mit einem guten Fuße versehen, zu achten, und muß davon die erste Regel ein Ei
sen einzurichten genommen werden. Die erste Bestimmung eines Pferdes ist geritten
zu werden: und von einem solchen Pferde fordert man Leichtigkeit. Der Endzweck der
Hufeisen ist, die Füße in glltem Stande zu erhalten, damit sie weder eine andere Form
annehmen, noch sich weggehen, weil man nun durch leichte Eisen diesen Endzweck eben
so wohl als durch schwere erhalten kann, so folget, daß die Hllfeifen für Reitpferde so
leicht feyll müssen, tvie möglich, damit sie das Pferd nicht an der Leichtigkeit im Gehen
behindern. In Ländern, wo die Wege sandig sind, werden die Pferde gar nicht be
schlagen, wie denn auch die, welche zu Parforcejagden gebraucht werden, keine Ei
seil tragen, es müßte denn seyn, daß "ein sich da bindender steinigter Boden es erfor
derte. Damit-aber diese leichte Eisen-desto länger hülten und fester liegen; so sollen die
Ss 2 Nagel-

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