Titel:
Statistisches Repertorium über das Königreich Hannover
Personen:
Ubbelohde, Wilhelm Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN797019154/13/
unter diesen Aemtern aufgeführt werden, und
konnten hier als für sich bestehende Behörden
nicht zum Vorscheine kommen. Um jedoch auch
hier anzudeuten, daß diese Ortschaften nicht in
jeder Hinsicht zum Amte gehören, habe ich sie
von den Uebrigen durch einen besondern Absatz
getrennt, was mir aus dem Grunde erforderlich
schien, weil mehrere dieser Gerichte doch einige
administrative Geschäfte haben. In dem alpha
betischen Verzeichnisse sind die Ortschaften, die
zu diesen Gerichten gehören, dadurch besonders
bezeichnet, daß angegeben ist, welche Behörde
die Hoheitsrechte wahrzunehmen habe, unter wel
chem Ausdrucke die oben benannten Rechte der
Aufsicht über die Landesgrenzen, der Steuer-
und Militairgewalt zu verstehen sind.
Bey der Art und Weise der Zusammenstel
lung der einzelnen Ortschaften, die zu einem Amte
gehören, würde es mir angenehm gewesen seyn,
sie so zusammenfassen zu können, wie sie einen
Communal- Verband zusammen haben, wie dies
z. B. in der Beschreibung des Dsnabrückschen
der Fall ist. Es scheint mir nämlich nicht hin
reichend, daß die Voigteyen, Untervoigteyen,
oder was sonst für Benennungen für die Unter-
abtheilungen der obrigkeitlichen Bezirke vorhan
den sind, angegeben und mit ihren einzelnen
Ortschaften aufgeführt werden, sondern es sollte
auch aus der Zusammenstellung dieser letztern so
gleich hervorgehen, wie sie in Hinsicht auf die
Gemeinde-Gerechtsame und Abgaben zusammen
gehören, indem die Unterabtheilungen einer Bau
erschaft, die einzelnen Höfe und Häuser, die mit
den benachbarten Dörfern in solchem Verbände
stehen, gleich nach ihnen aufgeführt würden, und
nur in dem alphabetischen Verzeichnisse besonders
zum Vorscheine kämen. Leider bin ich aber aus
Mangel an hinreichenden Nachrichten nicht im
Stande gewesen, dies ganz durchzuführen.
Sodann muß ich noch bemerklich machen, daß
ein und derselbe Ort bisher oft zu zwey oder meh
reren obrigkeitlichen Bezirken gehört, was vor

züglich daher rührt, daß in frühern Zeiten die
Gerichtsbarkeit meist der Gutsherrschaft folgte.
In Ansehung der Patrimonial-Gerichte ist dies
aufgehoben und wegen der Königlichen Aemter
ein Gleiches vorgeschrieben, bey den Städten aber
ist es nicht selten der Fall, daß der Haupttheil
der städtischen Obrigkeit, die Vorstädte aber oder
doch einige Häuser, die Amtsfreyheit, dem Amte
unterworfen sind. Da diese Abtheilungen in der
Regel keine besondere Namen haben, so mußte
ich sie dem Haupttheile des Ortes hinzurechnen,
und konnte nur diejenige Obrigkeit aufführen,
zu deren Bezirke dieser Haupttheil gehört. Dies
schien mir um so unbedenklicher, da die bevor
stehende Vereinigung der Alt- und Neustadt Han
nover unter der städtischen Obrigkeit darauf hin
deutet, daß die obrigkeitlichen Verhältnisse in die
ser Hinsicht vielleicht noch vereinfacht werden.
Endlich verdient es hier einer Erwähnung,
daß die Stadt Göttingen aus Rücksichten auf
die Universität von der Aufsicht der Landdrostey
eximirt ist und unmittelbar unter den Verfügun
gen des Königlichen Cabinets-Ministeriums steht,
eine Ausnahme, die ich in der Zusammenstellung
nicht erwähnt habe, um diese nicht zu bunt zu
machen.
Die zweyte und dritte Unterabtheilung der
ersten Abtheilung dieses Buches werden keiner
Erklärung bedürfen. Bey der in der vierten Un
terabtheilung versuchten Darstellung der Gerichts-
Verfassung haben mich folgende Ideen geleitet.
Zuerst glaubte ich alle außerordentlichen Gerichte
und alle Gerichte, die nur für gewisse Classen
von Personen competent sind, mit Stillschweigen
übergehen zu müssen, da diese mehr in das Sub-
jective, als in das Objective der Verfassung ein
greifen. Eben so habe ich nicht erwähnt, wenn
einzelne Häuser, Landgüter u. s. w. einen pri-
vilegirten Gerichtsstand haben, da mich dies in
fast unüberwindliche Schwierigkeiten geführt ha
ben würde. Dagegen schien es mir nothwendig,
die Criminal-Gerichtsbarkeit besonders zu erwäh-

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